Mittwoch, 18. Juni 2014

Der Trick mit der Wende - Karinys Mieder Teil 3

Der letzte Beitrag zum Mieder liegt zwar gut vier Wochen zurück, aber auf der langen Bank lag das gute Stück wirklich nicht.
Die Passprobe mit dem zweiten Probeteil war am 25.05. und zu meiner Erleichterung stellten wir fest, dass es wie angegossen sitzt. Mit Ausnahme der Träger, die ja abstanden.
Aber hier war mir sehr schnell klar, worin mein Denkfehler lag. Als ich die Träger nach innen versetzt hatte, habe ich dies nur vorne und nicht im Rücken gemacht, so dass die  Kante des Trägers zum Hals der Trägerin hin unter Spannung stand und die gegenüberliegende Kante  viel zu locker saß.
Das habe ich korrigiert, indem ich den Träger im Rücken entsprechend ebenfalls versetzt habe.
Das Schnittmuster besteht somit nur noch aus drei Teilen: einem Vorder-, einem Seiten- und einem Rückteil, wobei das Rückteil dem des Vorderteils stark ähnelt. Einziger Unterschied hier: der Ausschnitt der Rückenpartie sitzt 8cm höher.

Ohne weiteres Probeteil habe ich mich dann an den Zuschnitt aus Oberstoff (Waschvelours) und Futterstoff (schwarze Baumwolle) gemacht. 
Da ich das Mieder gerne mit Stahlstäben arbeiten wollte, habe ich mich für eine Variante mit Futter entschieden.  Wie ich die beiden Teile miteinander verbinde, hat mir ein paar Minuten Kopfarbeit abverlangt. Aber zum Glück habe ich schon einige Erfahrungen im Nähen von Westen und  kenne „den Trick mit der Wende“, der namensgebend für diesen Beitrag ist.
Auf Stäbe im Rückenbereich habe ich ganz verzichtet, da das Mieder nur ein wenig in Form halten soll und kein Korsett ist.   

Daher habe ich mich für vorne jeweils einen Flachstahlstab neben der Schnürung und an den Seitennähten pro Seite insgesamt 3 Spiralstahlstäbe entschieden.
Als erstes habe ich also das Futter genäht und dabei die Schulternähte offen gelassen.
Die Tunnel der Stäbe sind entsprechend lange, 5cm breite Stoffstreifen, die ich in der Länge mittig gefaltet und knappkantig aufgesteppt habe. Die entsprechenden Stellen auf dem Futter selber habe ich mit Bügelvlies verstärkt. Ein Stab sitzt also zwischen Futterstoff und Stoffstreifen. 

Bevor ich mich dann an das Ablängen der Stäbe gemacht habe, habe ich an einem sehr aufwändigen Innenschön gearbeitet, welches ich aber an der Stelle nur erwähnt haben möchte. Kariny kennt das Detail noch nicht und es soll letzten Endes eine Überraschung bleiben. Dazu also später mehr.

Nachdem dann auch die Stäbe im Mieder waren, habe ich endlich den Oberstoff in Angriff genommen und auch diese Schnittteile zusammen genäht. Hier habe ich ebenfalls erstmal die Schulternähte offen gelassen.


Und nun der „Trick mit der Wende“.
Um Futter und Oberstoff zusammen zu bringen, habe ich erstmal beides aufeinander gesteckt und gesteppt. Dabei aber folgendes beachtet:
1. Die beiden Nähte, die später die vorderen Kanten werden, blieben offen.
2. Bei den Trägern habe ich bis etwa 4 cm vor Schulternaht Futter und Oberstoff zusammen genäht.

Durch eine der beiden offenen Nähte wendete ich das Mieder und bügelte erstmal alle genähten Kanten sauber aus.  Wenn man Kanten und Rundungen bis kurz vor Naht zurück schneidet, bekommt man schön saubere Ecken und Rundungen hin.

Dann das Schließen der Schulternähte: Die beiden Trägerteile aus Oberstoff habe ich rechts auf rechts aufeinander gelegt und abgesteppt. Das Futter dabei nicht mitgefasst!

Für die Schulternaht der Trägerteile aus Futterstoff habe ich den Träger aus einer offenen Seitennaht gezogen, bis beide Trägerteile aufeinander zu liegen kamen. Das war sehr fummelig.
Nun wurde auch diese Naht gesteppt. 

Die Träger an sich (je aus Ober- und Futterstoff) sind nun geschlossen, aber die beiden Lagen noch nicht miteinander vollständig verbunden.
An dieser Stelle weiche ich wieder vom „Trick mit der Wende“ ab (durch diese Wendeöffnung kann man auch noch die beiden offenen Nähte rechts und links neben der Schulternaht schließen, indem man die entsprechenden Stellen übereinander bringt), da ich das Mieder sowieso noch einmal rund herum knappkantig abgesteppt habe und so diese offenen Nähte und die offenen vorderen Kanten durch Einschlagen der Nahtzugaben geschlossen habe.

Dies ist der aktuelle Stand des Mieders. Es fehlen nur noch die Nestellöcher für die Schnürung, die ich per Hand setzen möchte. Dann kann ich das Mieder endlich als arg verspätetes Geschenk Kariny überreichen und Bilder vom fertigen Mieder samt Innenschön zeigen.

1 Kommentar:

  1. Und ich bin gespannt wie sonst was und freue mich irrsinnig darauf. Auch wenn ich dem "Trick mit der Wende" nicht komplett folgen konnte. Aber du arbeitest wirklich unfassbar genau (nicht dass ich das nicht spätestens seit der Rock-enger-Heftorgie wüßte...).

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