Mittwoch, 17. September 2014

Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung (Theodor Fontane)

Und daher werde ich mich auch kurz fassen: nach drei Jahren wird dieses Blog hier geschlossen und bald auch vom Netz genommen.
Ich bedanke mich bei allen Lesern für eure Geduld und lieben Worte.

Ich verschwinde zwar von der hiesigen Bildfläche, bleibe euch aber als Leserin, die gelegentlich ihren Senf abgibt, erhalten.

Wir lesen uns!
mela

Mittwoch, 30. Juli 2014

Sieben Monate "Unfold Your Blanket"


Kennt ihr das? Da gibt es so ein Sprichwort...mist, wie war denn das noch einmal?
"Du hast wohl nicht alle Schrauben am Schrank!"
"Eine Taube auf dem Dach macht noch lange keinen Sommer."
Ich bin Meisterin darin, Sprichwörter durcheinander zu bringen und zu verwechseln. Hier aber weiß ich genau, dass "Und stetig nährt sich das Eichhörnchen" passt und hoffentlich auch richtig ist.

Ich habe im Juli an meinem Quilt weiter genäht. Zum einen habe ich den zweiten hellgrünen Streifen fertig gemacht und begonnen, die drei bisher entstandenen Streifen zu einem Stück zu verbinden. Damit man endlich mal einen kleinen Decken-Eindruck erhält.
Bisheriger Stand:



Ich hoffe, dass ich noch den verbliebenen Streifen im August anzunähen schaffe. Ich habe zwar ein paar Tage Urlaub, die aber wiederum sind gut verplant und eigentlich wollte ich bis September auch noch eine Pluderhose genäht haben.

Sonntag, 13. Juli 2014

Karinys Mieder - fertig

Nachdem die Nestellöcher per Hand gesetzt waren, folgten nch zwei weitere Passproben und anschließende Änderungen.
Die erste Änderung bestand darin, dass ich weitere Nestellöcher setzte, da der Abstand zwischen den einzelnen Löcher so groß waren, dass sich das Mieder zwischen diesen zusammen zog. Das sah unverteilhaft und unschön aus. Aber ließ sich ja schnell beheben.
Mittlerweile bin ich auch recht gut darin, Nestellöcher zu nähen.


Die zweite Änderung betraf die Armlöcher. Zum Arm hin standen diese nämlich noch immer sehr weit ab, so dass ich da zweimal jeweils zwei Zentimer Weite rausgenommen habe.

Und nun steht auch bei meiner Püppi nichts mehr ab.





Ich habe das Mieder provisorisch mit einfacher Wolle geschnürt, da die gewachste Baumwolle bereits bei Kariny liegt.

Noch immer total begeistert bin ich von der Rückansicht, da sich das Mieder auch da sehr gut dem Körper anschmiegt.


Die Zaddeln gehören eigentlich auf Höhe der Taille, hier haben wir sie auf Höhe des Hüftknochens gesetzt.

Und was ich jetzt nicht mehr verheimlichen brauche, ist das Innenschön.
Da das Mieder ein Markt-Mieder für die famra-Wochenenden sind (eigentlich wäre ich jetzt auf auf Burg Regenstein, aber meine Migräne ist da anderer Meinung), habe ich ihr in den Rücken das famra-Logo eingestickt.

 

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Mieder so hinbekomme. Zwischendurch war ich am Verzweifeln und sah mich das ganze bereits von vorne nähen. Nun wartet das Mieder nur noch darauf, Kariny übergeben und ausgeführt zu werden.

Freitag, 4. Juli 2014

Retro-Grufti

Vor einiger Zeit habe ich in den weiten Welten des Internets das Wort „Retro-Grufti“ gelesen und sofort gewusst: damit identifiziere ich mich mehr als mit jedem anderen Begriff.
Doch halt! Habe ich dazu überhaupt die Berechtigung, mich als „Retro-Grufti“ zu bezeichnen?
Nehmen wir mich doch mal genauer unter die Lupe…
Ich schminke mich nicht. Weder im Alltag noch zum Ausgehen. Ich scheitere ja bereits daran, mir auch nur gescheit einen Kajalstrich zu setzen. Zumal ich meine Lebenszeit als zu kostbar erachte, um sie stundenlang vor dem Spiegel zu verbringen. Zwar trage ich seit über einem Jahr wieder einen partiell rasierten Schädel, doch habe ich mir meine Haare bislang nur einmal toupiert. Nach einer durchtanzten Nacht kann ich mir einfach besseres vorstellen, als früh morgens todmüde stundenlang unter der Dusche zu stehen, um die letzten Reste Sprühkleber aus der Mähne zu spülen. Und ich will gar nicht erst davon anfangen, dass ich nach einer solch ausgiebigen Dusche wieder vollkommen wach bin.
Schmuck ist eine Attitüde, der ich gespalten gegenüber stehe. Ich mag Schmuck – jedoch nicht an mir! Eine Kette am Hals ist das maximale, was ich derzeit an Schmuck an meinen Körper lasse. Und auch das nur äußerst selten. Selbst meine 22(!) Ohrringe habe ich auf mittlerweile zwei reduziert.
Rüschen, Netzhemd oder Fetzenlook – ich glaube, ich habe niemals dergleichen auch nur besessen. Ich mag es schlicht, wenn es um Kleidung geht. Am besten in uni-schwarz. Oder maximal ein Motivshirt von qwertee.
Jahrelang habe ich mich tagein tagaus mit Musik beschallt: Depeche Mode, The Cure, Anne Clark. Mittlerweile schweigen mich meine Boxen täglich an. Ich gehe auch nicht mehr wie früher mit Musik im Ohr aus dem Haus. Gelegentlich schalte ich auch die Musik im Auto aus (nachdem ich erst naiv hoffnungsvoll aufs Radio gewechselt habe und alle Sender enttäuscht durchgegangen bin).
Lässt man meine durchweg schwarze Kleidung weg und ignoriert meine Pikes, die ich auch gerne mal im Büro trage, dann bin ich wohl ein ganz durchschnittlicher Mensch mit kaum Ähnlichkeiten zu einem Bilderbuch Retro-Grufti.
Dennoch: ich trage gerne und aus Überzeugung immer schwarz und grenze mich sehr oft auch bewusst von der breiten Masse ab – sofern ich mich mit dieser nicht identifizieren möchte. Ich führe täglich Revolutionen im Kleinen. Ich altere sehr ungerne, aber mit Würde.
Immer wieder jedoch höre ich aber auch, dass es damals unter den Gruftis verpönt war, Sport zu machen (was ich gut verstehen kann, wenn man bedenkt, dass in den 80ern mit Jane Fonda die Aerobic-Welle über den Globus schwappte und die breite Masse in Bonbonfarben durch die Tanzstudios hüpfte). Aber Sport ist wohl das, was mich in den letzten Monaten am meisten geprägt hat. Wegen Sport habe ich mir die Haare abrasiert und die Ohrringe raus genommen. Mittlerweile besitze ich fast so viele Sportschuhe wie Alltagstreter. Mittlerweile gibt es in meinem Schrank eine Abteilung „Sportkleidung“. Aber zumindest in schwarz!
Ich weiß, dass ich zu jung bin, um die Wurzeln der Szene zu begreifen und zu verstehen. Kann man mir einen Vorwurf daraus machen, dass ich etwa zehn Jahre zu spät geboren wurde? Nein.
Für mich wirken die Wurzeln, die bis in mein Geburtsjahr zurück reichen, faszinierend, fast mystisch. Und so wage ich den Schritt, eine Komfortzone für mich in diesem alten Bild zu finden. Mit all dem, was ich bin und eben auch, was ich nicht bin.
Bin ich ein Retro-Grufti? Im Herzen, meiner Meinung und Verständnis nach, ja. Und verdammt ja, ich möchte auch ein wenig und in meinem Rahmen möglich danach aussehen!

(Hurra, der Bogen zum eigentlichen Thema ist geschafft)
Ich trage meine Pikes gerne und mit Stolz. Doch muss ich gestehen, dass sie zu knielangen Röcken ein wenig mau aussehen. Vor zehn Jahren etwa machte ich den Schnitt in meinem Leben, der Hosen aus meinem Alltag verbannte. Zu unbequem und zu beengend. Aber ich glaube, dass eine Pluderhose mich in meiner Bewegungsfreiheit nicht beengt und darüber hinaus auch noch gut zu Pikes passt. Im Internet gibt es diverse Anleitungen für Aladdin- und Saroulhosen. Diese entsprechen nicht ganz dem, was ich haben möchte, aber da werde ich mich sukzessiv drantasten. Um irgendwann eine tolle Pluderhose zu besitzen. Und irgendwann vielleicht auch nach Retro-Grufti aussehen. Wer weiß, vielleicht begründe ich damit ja die Strömung derjenigen Gruftis, die in Pluderhosen und Pikes Pull-Ups oder sogar Burpees macht. Wer weiß.

Dienstag, 1. Juli 2014

mela macht blau

Wenn man sich seines eigenen Stils und Geschmacks nicht mehr sicher ist, stürzt man als Hobbynäherin durchaus auch einmal in eine Krise. Man fragt sich, ob das Hobby überhaupt noch einen Sinn hat, wenn man für sich selber nichts mehr schaffen kann, was einem gefällt.
Mich traf diese Krise Anfang letzten Jahres und sie hält im Grunde noch immer an. Ich habe viele Ideen, die darauf warten, dass ich sie endlich umsetze. Aber gefällt mir das überhaupt? Auch an mir selber? Und wann würde ich es anziehen?
Im Winter habe ich sehr schöne Stoffe gekauft, die sich perfekt für Röcke eignen. Doch nur wie diesen Stoff verarbeiten? Einige Stoffe habe ich aus dem Saison-Restverkauf eines ortsansässigen Damenmode-Ateliers und dementsprechend hochwertig und nicht mehr verfügbar sind die Stoffe (beim nächsten Saison-Abverkauf werde ich wieder hingehen, denn dort habe ich echte Schätze für wenig Geld gefunden!). Ein „Nähen für die Tonne“ wäre da einfach zu schade und doppelt frustrierend. Und so habe ich sehr lange das Nähen neuer Röcke aufgeschoben.
Wenn man jedoch gerade selber nicht nähen kann und wie ich sein Besitz im überschaubaren Rahmen hält, kommt man zwangsläufig an dem Punkt, dass altes bereits aussortiert ist und neues heran muss. Sehr lange habe ich nach schlichten schwarzen Röcken gesucht. Denn schlicht war schon immer „mela-esk“, ebenso schwarz.  Und der Rock sollte in allen Lebenslagen tragbar sein. Letzten Endes fand ich keinen solchen Rock. So habe ich meine Stoffe immer mal wieder heraus genommen und überlegt. Meine Schnittmusterhefte durchgeblättert.
Letzten Endes entschied ich mich dazu, den auf mir liegenden Unzufriedenheitsfluch mit einem weiteren Rock nach „Modell mela“ zu bekämpfen.  
 
 
Die Stoffwahl fiel auf einen dunkelblauen Baumwollsatin. Um nicht nur mit der Farbe ein wenig Abwechslung zu bekommen, habe ich den Schnitt in der Variante „länger mit Gehschlitz hinten“ genäht. Das sehr schlichte Ergebnis überzeugt. 
 
 



Hier habe ich auch zum ersten mal auf farblich kontrastierendes Schrägband verzichtet und dieses aus dem Baumwollsatin selber zurecht gebügelt.



Dieses Erfolgserlebnis muss gehalten werden und so habe ich einen weiteren Stoff aus dem Vorrat gefischt: einen etwa 70cm langen Rest Wolltuch mit dunkelblauem  Tartan (eines der Fundstücke aus dem Mode-Atelier).
Diese Menge ist ebenfalls ideal für einen Rock nach „Modell mela“. Auch hier habe ich eine kleine Modifikation eingearbeitet: der Reißverschluss sitzt nun vorne.
 

Ich mag beide Variationen des Rockschnittes, mit dem ich mich ja gerne identifiziere. Vielleicht aber sollte ich auch mal den Schritt wagen und auch mal einen anderen Rock-Schnitt verwenden. Wenn ich denn einen finde, der mir gefällt und der auch noch zu mir passt.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Halbjahresbilanz 2014


Vergangenen Dienstag erst hatte sich eine Freundin über facebook darüber mockiert, dass im Radio "Last Christmas" von Wham! lief.
An Weihnachten erinnert zu werden, wenn der Sommer noch nicht so ganz in Gang gekommen ist, finde ich irgendwie daneben. Ich will doch jetzt erstmal Sonne genießen und schwitzen! Und nicht an die kalte und nasse Jahreszeit denken!
Aber es ist unweigerlich wahr: die erste Hälfte des Jahres ist schon fast wieder vorbei. Für mich Gelegenheit, doch einmal zurück zu blicken und zu schauen, was denn so meine Pläne und Ziele für 2014 machen. Ich hatte mir ja immerhin welche vorgenommen.
 
Zum ersten hätten wir ja meinen Quilt. An dem hab ich stetig, wenn aber auch nicht so viel wie gewollt, weiter gearbeitet. Von den insgesamt fünf Streifen, aus denen der Quilt später bestehen soll, sind zweieinhalb fertig. 
 
Beschämend, dass ich da seit Wochen nicht mehr weiter komme.
Das Ziel, den Quilt dieses Jahr wirklich zu schaffen, besteht weiterhin, so dass ich mir künftig wieder mehr Zeit dafür nehmen muss.

Neben meinem Quilt gab es auch sportliche Ziele, die ich mir für 2014 gesetzt habe: Double Unders und Pull Ups.
 
Im Januar stand während des Cooldowns ein Sparringpartner neben mir und korrigierte mich mit hilfreichen Tipps: Spring höher! Dreh schneller! Nimm die Hände näher an den Körper! Und urplötzlich machte es bei mir KLick! und ich schaffte einen Double Unders.
Seitdem arbeite ich beständig daran, einen Rhythmus aufzubauen, so dass ich später mehrere Double Unders hintereinander weg springen kann. Momentan bin ich beim Rhythmus "ein Double Unders und zwei Single Unders".
Bei den Pull Ups stehe ich nach wie vor am Anfang - meine Griffkraft ist einfach nicht da. Der Boxclub, bei dem ich seit einem Jahr regelmäßig Crossfit-te, ist nun seit zwei Monaten offiziell eine CrossFit-Box und bietet am Tag mehrere Kurse an. Diese wurden nun in Leistungslevel gesplittet: Basic Movements (Beginners), Regular und Advanced. Bei letzterem darf man erst dran teilnehmen, wenn man die Pull Ups beherrscht. Endlich ein wirklich guter Anreiz, diese Übung aus der Hölle zu bezwingen!

Mittwoch, 18. Juni 2014

Der Trick mit der Wende - Karinys Mieder Teil 3

Der letzte Beitrag zum Mieder liegt zwar gut vier Wochen zurück, aber auf der langen Bank lag das gute Stück wirklich nicht.
Die Passprobe mit dem zweiten Probeteil war am 25.05. und zu meiner Erleichterung stellten wir fest, dass es wie angegossen sitzt. Mit Ausnahme der Träger, die ja abstanden.
Aber hier war mir sehr schnell klar, worin mein Denkfehler lag. Als ich die Träger nach innen versetzt hatte, habe ich dies nur vorne und nicht im Rücken gemacht, so dass die  Kante des Trägers zum Hals der Trägerin hin unter Spannung stand und die gegenüberliegende Kante  viel zu locker saß.
Das habe ich korrigiert, indem ich den Träger im Rücken entsprechend ebenfalls versetzt habe.
Das Schnittmuster besteht somit nur noch aus drei Teilen: einem Vorder-, einem Seiten- und einem Rückteil, wobei das Rückteil dem des Vorderteils stark ähnelt. Einziger Unterschied hier: der Ausschnitt der Rückenpartie sitzt 8cm höher.

Ohne weiteres Probeteil habe ich mich dann an den Zuschnitt aus Oberstoff (Waschvelours) und Futterstoff (schwarze Baumwolle) gemacht. 
Da ich das Mieder gerne mit Stahlstäben arbeiten wollte, habe ich mich für eine Variante mit Futter entschieden.  Wie ich die beiden Teile miteinander verbinde, hat mir ein paar Minuten Kopfarbeit abverlangt. Aber zum Glück habe ich schon einige Erfahrungen im Nähen von Westen und  kenne „den Trick mit der Wende“, der namensgebend für diesen Beitrag ist.
Auf Stäbe im Rückenbereich habe ich ganz verzichtet, da das Mieder nur ein wenig in Form halten soll und kein Korsett ist.   

Daher habe ich mich für vorne jeweils einen Flachstahlstab neben der Schnürung und an den Seitennähten pro Seite insgesamt 3 Spiralstahlstäbe entschieden.
Als erstes habe ich also das Futter genäht und dabei die Schulternähte offen gelassen.
Die Tunnel der Stäbe sind entsprechend lange, 5cm breite Stoffstreifen, die ich in der Länge mittig gefaltet und knappkantig aufgesteppt habe. Die entsprechenden Stellen auf dem Futter selber habe ich mit Bügelvlies verstärkt. Ein Stab sitzt also zwischen Futterstoff und Stoffstreifen. 

Bevor ich mich dann an das Ablängen der Stäbe gemacht habe, habe ich an einem sehr aufwändigen Innenschön gearbeitet, welches ich aber an der Stelle nur erwähnt haben möchte. Kariny kennt das Detail noch nicht und es soll letzten Endes eine Überraschung bleiben. Dazu also später mehr.

Nachdem dann auch die Stäbe im Mieder waren, habe ich endlich den Oberstoff in Angriff genommen und auch diese Schnittteile zusammen genäht. Hier habe ich ebenfalls erstmal die Schulternähte offen gelassen.


Und nun der „Trick mit der Wende“.
Um Futter und Oberstoff zusammen zu bringen, habe ich erstmal beides aufeinander gesteckt und gesteppt. Dabei aber folgendes beachtet:
1. Die beiden Nähte, die später die vorderen Kanten werden, blieben offen.
2. Bei den Trägern habe ich bis etwa 4 cm vor Schulternaht Futter und Oberstoff zusammen genäht.

Durch eine der beiden offenen Nähte wendete ich das Mieder und bügelte erstmal alle genähten Kanten sauber aus.  Wenn man Kanten und Rundungen bis kurz vor Naht zurück schneidet, bekommt man schön saubere Ecken und Rundungen hin.

Dann das Schließen der Schulternähte: Die beiden Trägerteile aus Oberstoff habe ich rechts auf rechts aufeinander gelegt und abgesteppt. Das Futter dabei nicht mitgefasst!

Für die Schulternaht der Trägerteile aus Futterstoff habe ich den Träger aus einer offenen Seitennaht gezogen, bis beide Trägerteile aufeinander zu liegen kamen. Das war sehr fummelig.
Nun wurde auch diese Naht gesteppt. 

Die Träger an sich (je aus Ober- und Futterstoff) sind nun geschlossen, aber die beiden Lagen noch nicht miteinander vollständig verbunden.
An dieser Stelle weiche ich wieder vom „Trick mit der Wende“ ab (durch diese Wendeöffnung kann man auch noch die beiden offenen Nähte rechts und links neben der Schulternaht schließen, indem man die entsprechenden Stellen übereinander bringt), da ich das Mieder sowieso noch einmal rund herum knappkantig abgesteppt habe und so diese offenen Nähte und die offenen vorderen Kanten durch Einschlagen der Nahtzugaben geschlossen habe.

Dies ist der aktuelle Stand des Mieders. Es fehlen nur noch die Nestellöcher für die Schnürung, die ich per Hand setzen möchte. Dann kann ich das Mieder endlich als arg verspätetes Geschenk Kariny überreichen und Bilder vom fertigen Mieder samt Innenschön zeigen.

Freitag, 23. Mai 2014

Karinys Mieder - Teil 2

Die letzten Tage habe ich genutzt, um den Schnitt entsprechend der angesprochenen Korrekturen zu ändern.


Da ich die Träger vorne um zwei Zentimeter nach innen versetzt habe, liegt jetzt eine Teilungsnaht in den Trägern. Hinten habe ich das erstmal so gelassen (was ich aber wohl noch korrigieren muss, dazu später mehr).
Die hintere Partie habe ich ebenfalls wie vorne in vier Teile zerlegt, damit sich der Stoff im Taillenbereich besser anschmiegt.

Genäht sieht das ganze so aus:


Mich stört gerade die große Schnürlücke unten. Da habe ich mich vermutlich in der Weite im Rücken verhauen. Am Sonntag ist Paßprobe, dann werde ich das ja sehen.
Was mich auch sehr stört, sind die Träger die vorne ein wenig abstehen. Sollte dies am lebenden Modell auch so sein, werde ich die Träger auch im Rücken nach Innen versetzen. Ich vermute, dass der Träger deswegen auf der "Halsseite" zu sehr auf Spannung steht.


Schön ist die Ansicht der Rückenpartie. Hier zahlt es sich einfach aus, die Weite an der Taille entweder durch Abnäher oder durch Teilungsnähte rauszunehmen.

 Der hochgezogene Rückenausschnitt sieht auch ziemlich stimmig aus, meiner Meinung nach.

Auch von der Seite sieht es im Armausschnitt ein wenig entspannter aus.


 Hier sieht man das Abstehen der Träger sehr deutlich. Ich werde also nach der Paßprobe um ein weiteres Probeteil definitiv nicht herum kommen, damit dieser Fehler korrigiert wird.

Montag, 19. Mai 2014

Karinys Mieder - Teil 1

Bereits im November habe ich Kariny, Söldnerin aus dem Lager famra, zum Geburtstag ein Mieder geschenkt. Natürlich selbst genäht, ihrem Körper angepasst - und vegan. Denn Kariny ist Veganerin und steht damit in unserem Hobby "Mittelalter" auf etwas verlorenem Posten. Darüber hatten wir uns schon vergangenen Sommer unterhalten, als wir einmal gemeinsam über die mittelalterliche Einkaufsmeile eines MPS's flanierten und dort nur Mieder aus Echtleder fanden.

Nach dem ersten Gespräch stand das ein oder andere schon fest: es soll zum Schnüren sein, ähnlich dem  Arabesque Schnürtop  und aus Waschvelour, welches in der Optik Wildleder nicht ganz unähnlich ist.

Nachdem ich dann auch endlich mal Maß genommen habe, erstellte ich erstmal komplett nach dem Schnitt von Natron&Soda ein Probeteil. Mir persönlich gefiel auf Anhieb die Schnürung im Rücken nicht.
Diese empfinde ich als sehr unpraktikabel, möchte man sich im Zelt alleine anziehen.

Probeteil von vorne

 
Kariny ist da ganz meiner Meinung. Denn gestern war ich bei ihr, um ihr das Probeteil einmal zur Anprobe zu geben und Korrekturen einzuzeichnen.

Der Schnitt sieht an ihr wirklich sehr gut aus, auch wenn einige Korrekturen vorgenommen werden müssen.

1. Die Rückenpartie wird ein wenig höher gezogen, so dass im Rücken der Ausschnitt nicht genauso tief sitzt wie vorne.
2. Die Träger werden ein paar Zentimeter nach Innen versetzt.

Markierung, wohin die Träger kommen.
3. Der Armausschnitt muss nach unten korrigiert werden.


4. Ab Höhe des Hüftknochens sollen die einzelnen Bahnen "aufspringen", so wie bei diesem Mieder hier.
Nennt man das Schößchen? Da bin ich mir nicht so sicher...
Auch diese habe ich auf dem Probeteil markiert.

5. Die hintere Schnürung ersatzlos streichen.

Der nächste Schritt besteht darin, dass ich die Änderungen auf Papier bringe und ein weiteres Probeteil anfertige.

Samstag, 8. März 2014

melas dark diary: meine Lese-Kultur

Vor über zwanzig Jahren wurde ich im Deutschunterricht einmal aufgefordert, zum nächsten mal mein Lieblingsbuch mitzubringen. Ich konnte mich nicht entscheiden und brachte fast alle meine Bücher mit. So begleitete mich Bille mit ihrem zotteligen,frechen und gefrässigem Pony Zottel und Angela Sommer-Bodenburgs "Der kleine Vampir" für einen Tag zur Schulbank. Damals dürfte ich neun Jahre alt gewesen sein und bis ich die sogenannte Welt- und dann die Trivialliteratur für mich entdeckte, waren es zwar wenige Jahre aber dennoch ein langer Weg.

Bücher waren in meiner Kindheit immer sehr präsent. Mit gerade mal sechs oder sieben Jahren hatte ich bereits einen Leihausweis für die Bücherei vor Ort und verbrachte unzählige Nachmittage in deren Räume. Dort habe ich Hui Buh und Die Drei Fragezeichen kennen gelernt, dort habe ich viele Stunden "Vier gewinnt" mit Freunden gespielt.
Viele Kinder- und Jugendbücher gingen durch meine Hände. Und sehr viele, die definitiv nicht für lesende Kinderaugen gedacht sind. Stephen Kings "Stark - The dark half" sei hier mal als Beispiel genannt.
Mein Vater hatte damals ein Bücher-Abo, bei dem er in irgendeinem regelmäßigen Abstand ein Buch zugeschickt bekam. So lernte ich Robinson Crusoe oder auch Moby Dick kennen. Schon damals hatten Buchläden furchtbare Auswirkungen auf mein Portemonnaie aber sehr positive auf meine Charakterbildung, möchte ich meinen.

Als ich 15 Jahre alt war, entdeckte ich eine Sonderausgabe von Goethes Faust und erstand sie für wirklich wenig Geld. In dieser Sonderausgabe ist der Tragödie erster und zweiter Teil sowie auch der Urfaust enthalten. Nebst Interpretationen und Erläuterungen. Seitdem diese Ausgabe in meinem Besitz ist, habe ich den Faust um die zehnmal gelesen. Und meine Deutsch-Leistungskurs-Abitur-Klausur darüber geschrieben. Vermutlich verdanke ich diesem Umstand meine bravouröse Note in dieser.
Dank vieler positiver Einflüsse seitens meiner Lehrkörper in den sprachlichen Fächern lernte ich William Shakespeare, Molière, Albert Camus, Sir Arthus Conan Doyle und viele weitere Autoren, Dichter, Dramatiker und Philosophen kennen und schätzen.

Erst ziemlich spät, etwa mit 18 Jahren, entdeckte ich dann Fantasy und Science Fiction als Lieteratursparte, die gerne schändlicherweise als Trivialliteratur bezeichnet wird. Und seither verliere ich mich so gerne in fremde und phantastische Welten. Sei es Harry Potter, Herr der Ringe (den ich als Buch eigentlich wirklich furchtbar finde), Die Pferdelords, Pratchetts Scheibenwelt, Elfen, Orks oder Zwerge. Sei es die Foundation, der Wüstenplanet, Perry Rhodan. Oder der Klassiker, der schon in meiner Kindheit mein Herz in einem höheren Takt schlagen ließ: Vampire. Keine, die in der Sonne glitzern. "Real vampires don't sparkle", sage ich dazu immer.  Für mich müssen Vampire faszinierende Monster sein. Die über dem Menschen stehen und diese, wenn überhaupt, nur für ihre Zwecke mißbrauchen. Wie die Whampyri bei Brian Lumleys "Necroscope"-Reihe. Dort käme nie ein Vampir auf die Idee, sich in einen Menschen zu verlieben. In die Luft zu werfen und ihn dort zu zerfetzen, das wäre da wesentlich naheliegender.
Diese Buchreihe lese ich seit vielen Jahren und habe direkt beim Festa-Verlag ein Abo abgeschlossen, so dass ich bei jeder Neuerscheinung ein Exemplar zugeschickt bekomme. Und wenn mich eine neue Ausgabe erreicht, wird diese sofort leserisch verschlungen. So fesselnd wirken nicht mehr alle Bücher auf mich. Für "Unseen Academicals" brauchte ich letzten Endes über zwei Jahre, um es auszulesen. Allgemein lese ich seit Ende 2010 wesentlich weniger als all die Jahre zuvor. Was ich unbedingt ändern möchte. Lesen entspannt und man kann es eigentlich in jeder freien Sekunde machen; in der Mittagspause, abends im Bett, wenn man mal eine freie Viertelstunde hat, im öffentlichen Fern- und Nahverkehr, im Café, Sonntag Nachmittags auf der Couch.
Da ich auch seit gut 15 Monaten einen Kindle Paperwhite besitze, ist der Transport von hinreichendem Lesestoff für mich sehr einfach gestaltet. Und auch die Frage, welchen Werken ich mich nun erstmal widmen möchte, ist schon geklärt. Anfang Februar war ich bei einer langjährigen Freundin zu Besuch und wir hatten uns über Literatur unterhalten. Und in mir wurde die Idee geboren, dass ich mich der Challenge widmen möchte, alle Bücher zu lesen, die in der Serie Gilmore Girls erwähnt werden. Listen dazu gibt es ja zum Glück im Weltnetz.
Angefangen habe ich noch nicht, da ich aktuell das Buch "Der Experte" von Mark Allen Smith lese, welches ich mir von meiner lieben Frau O. ausgeliehen habe.
Nachdem ich die Liste der Werke, die nun auf mich warten, komplett zusammen gestellt und nach Autor alphabetisch sortiert hatte, zumindest der erste Trost: gut ein zehntel der Werke habe ich schon einmal gelesen.

Lest ihr Bücher? Und wenn ja, welches Genre? Wer ist euer Lieblingsautor? Und welches Medium verwendet ihr: Buch oder Ebook-Reader?

Freitag, 28. Februar 2014

Von innen heller als von außen


Der Februar ist vorüber (die zwei Stunden zähle ich jetzt mal  nicht) und ich muss gestehen, dass ich wirklich keinen Handschlag für meinen Quilt gemacht habe.

Ja, ich schäme mich. Zumindest ein bißchen.
Dafür nehme ich mir felsenfest vor, dass ich im März noch einen weiteren Streifen fertig bekommen möchte.

Ich war aber natürlich  nicht gänzlich untätig. In den letzten Tagen habe ich dann zumindest noch ein paar Stiche für mein Kindle-Cover setzen können, so dass bei meiner T.A.R.D.I.S. jetzt alle Lichter an geknipst sind.


Die Fensterrahmen habe ich mit einem einfachen Steppstich etwas breiter gemacht und die weißen Flächen mit Nadelmalerein gefüllt.
Eigentlich verwendet man Nadelmalerei erst bei wirklich großen Flächen. Aber es wirkt ein wenig unruhiger als parallel gesetzte Plattstiche und den Effekt fand ich für die hell erleuchteten Fenster ganz stimmig.

Nadelmalerei ist im Grunde der Plattstich, nur dass man hierbei kurze und lange Stiche setzt und dann entgegengesetzt in der nächsten Reihe arbeitet. So als würde Zahnradzähne ineinander greifen.


Nun geht es nicht ins sondern ans Blaue.

Freitag, 31. Januar 2014

Quiltdecke Teil 2

 
 
Und schon ist der erste Monat des neuen Jahres vergangen.
Die Temperaturen sind in den letzten Wochen bei uns um bis zu 20 Grad nach unten gerutscht und so ist es abends sehr angenehm, einen wachsenden Streifen Decke auf dem Schoß zu betten und an diesem weiter zu nähen. Anders kann zumindest ich mir nicht erklären, wie ich in den Tagen seit meines letzten Zwischenstands so viel schaffen konnte.
 
 
 
Hier sieht man das Deckenfragment in seiner späteren natürlichen Umgebung und man bekommt auch gleich einen Eindruck, wie groß die Decke in etwa werden wird, wenn sie ausgewachsen ist.
 
An diesem Streifen fehlen aktuell noch 14 Sechsecke, dann ist auch dieser fertig und ich kann mich an den zweiten Streifen in weiß-hellgrün machen.
Zugegeben: ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel allein im ersten Monat schaffen werde.

Sonntag, 26. Januar 2014

Police Box Public Call

Nachdem die Konturen der TARDIS gestickt sind, geht es jetzt an die Flächen.
Damit ich eine Vorgehensweise habe, habe ich mir für "von oben nach unten" entschieden und somit den oberen Teil der TARDIS gestickt.
Dieser besteht aus schwarzem Grund mit den Worten Police Box Public Call.

Zuerst habe ich den Schriftzug aufgestickt und danach mit Nadelmalerei den Hintergrund gestickt.






Der schriftzug ist mir jeweils nicht hundertprozentig geglückt, rechts - finde ich - sieht es sogar nach Comicstil aus. Links dafür zu kantig. Wenn ich irgendwann mal richtig gut im Sticken bin, werde ich es besser machen.

Samstag, 18. Januar 2014

Quiltdecke Teil 1

Ich finde es immer noch erstaunlich, dass ich wirklich Vorsätze für 2014 habe.
Ich hoffe, dass der Umstand, dass ich die letzten beiden Wochen wirklich intensiv daran gearbeitet habe, kein schlechtes Vorzeichen ist und es meiner Quiltdecke nicht wie den meisten Vorsätzen ergeht und Mitte des Jahres in der Versenkung verschwindet. Aber das habe ich ja in der Hand.

In den letzten beiden Wochen war ich, wie bereits erwähnt, recht fleißig. Ich habe 84 hellgrüne und 140 weiße Sechsecke gepiect (also meine Sechseckschablone mittig aufgelegt, die Nahtzugaben umgeklappt und einmal ordentlich drüber dampfgebüglet, bevorzugt ohne mir die Finger zu verbrennen).
Diese 224 Sechsecken sind die nächsten beiden Grünstreifen meiner Decke und damit nur die Hälfte, die ich noch benötige. Aber ich nehme mir lieber erstmal nur kleine Etappen vor. Denn, obwohl es die zeitunintensivste Arbeit ist, zuzuschneiden und zu bügeln, so ist es dennoch die mir ungeliebteste. Also werden die nächsten 224 Sechsecke fertig gemacht, wenn ich diese hier vernäht habe.
Und dazu habe ich folgende Strategie: damit ich kontinuierlich daran arbeite, habe ich mir 20 Sechsecke die Woche als Soll vorgenommen. Dann könnte ich im Spätsommer mit dem Top der Quiltdecke fertig sein.
Geplant, für mich selbst abgenickt und angefangen, die ersten Sechsecke aneinander zu nähen. Und nach einer Woche ist dies der aktuelle Stand:



Ein wenig mehr, als geplant. Auch gut. Dann kann ich mich nämlich ab und an auch mehr um mein Kindle-Cover kümmern.

Montag, 6. Januar 2014

TARDISche Konturen

Seit Neujahr gibt es endlich wieder Sherlock im bislang nur britischen Fernsehen zu sehen. 
Aber dank vorhandener Sprachkenntnisse kann ich den deduktiven Methoden des titelgebenden Serienheldens folgen, wenn ich auch, entgegen meinen gewohnten Vorsätzen idR mit dem Rücken zum Monitor Serien zu schauen (da ich Serien nebenbei laufen lasse), brav im Sessel Platz nehme und wirklich aufmerksam zuschauen muss.
Dies sind die wenigen Momente, an denen ich eben nicht an meiner TARDIS weiter sticke. 
Aber eine Staffel umfasst nur drei Folgen und zwei wurden ja bereits ausgestrahlt.
Wenn in der letzten Woche also nicht Sherlock lief, habe ich fleißig nebenbei an meinem neuen Ereader-Cover gearbeitet und bislang die Konturen geschafft. In meinem Buch wird der von mir verwendete Stich als "Stielstich" bezeichnet. 
 
 
 
Doch sofern ich diesen Stich in den Weiten des w^3 suche (auch als englisches Äquivalent stem stitch), dann sieht das ganze nicht so ganz nach dem aus, was ich gemacht habe. Daher hier eine kleine Schemenzeichnung, nach der auch ich gearbeitet habe.
 
 
 
Als Einlegefaden habe ich einen entsprechend langen Rest meines schwarzen Stickgarnes genommen. Somit ist die Kontur dann nicht allzu plastisch ausgeprägt.
 
Der nächste Schritt besteht dann darin, die Flächen auszufüllen. Dazu werde ich mein Büchlein befragen, wie es bei den teilweise schon großen Flächen am klügsten umzusetzen wäre.

Freitag, 3. Januar 2014

Bags are a girls best friends

Marilyn Monroe besang einst, dass der Damenwelt bester Freund die Diamanten wären.
Wenn ich mir aber die holden Damen anschaue, die ich kenne, so haben diese wesentlich mehr Handtaschen als Diamanten.  Aber ein „Bags are the girls best friends“ singt sich mit aller Sicherheit nicht so gut.
Persönlich habe ich auch eine Tasche, da ja nicht immer alles in die Jacken- oder Rocktasche passt. Doch kann ich nicht verstehen, wie manche Damen schon fast täglich ihre durchwechseln. Ich hätte gar nicht die Muße, mein Portemonaie, die Schlüssel, Taschentücher, den Kopfschmerzkalender, das Brillenetui, den MP3-Player, das Kindle Paperwhite, die Desinfektionstücher, den Asthma-Inhalator, meine Medikamente und weiß noch was umzuräumen. Daher hatte ich bis einschließlich 2013 immer nur zwei Taschen im Gebrauch: eine, die mich täglich auf die Arbeit begleitet und eine, falls in der Freizeit mal eben nicht für alles benötigte (vieles brauche ich ja nur zu bestimmten Tageszeiten wie die Medikamente) die Jackentasche ausreichte. Und die letztgenannte Tasche hatte pünktlich zu Weihnachten ihr Leben ausgehaucht. Und da musste für mich eine neue her. Am besten eine, die auch gleich die Arbeitstasche ersetzt, ohne für die Freizeit zu groß zu sein.
Schließlich fiel meine Wahl auf die oft angepriesene Schnabelinabag. Für mich in small und natürlich in schwarz. Und weil grün leider nicht überall dazu passt, wurden die Akzente in weiß gesetzt. Verwendet habe ich ausschließlich Materialien, die vorhanden waren (lediglich die Karabiner und D-Ringe mussten angeschafft werden), bezüglich des Obermaterials (schwarzes Côtelé aus Baumwolle von www.stoffamstueck.de
) war es sogar eine sehr gute Resteverwertung.  
 
Die weißen Akzente habe ich aus weißem Baumwollköper gemacht, den ich mal auf dem Stoffmarkt Holland gefunden hatte und der hochwertiger ist, als so manch anderer Köper, den ich bisher zwischen die Finger bekam.

Die Paspeln und das Futter sind aus normaler schwarzer Baumwolle genäht, die ich für solche Zwecke immer meterweise daheim habe.
 


Im Schnitt habe ich mich für die Variante mit allem Schnickschnack entschieden: Taschen, Paspeln, zusätzliche Henkel an der Seite, die ich abnehmen kann (im Gegensatz dazu habe ich aber die normalen Henkel wesentlich kürzer als in der Anleitung vorgesehen gehalten), geschlossene Tasche mit Zipper und Seitenteil mit Zipper, um zusätzlichen Platz zu gewinnen.


Ich bin zufrieden mit meinem neuen Alltagsbegleiter: es passt auch noch das Frühstück für die Arbeit mit rein. Und somit kann ich dann auch direkt meine vorherige Arbeitstasche in Rente schicken. Auch wenn ich das Handtaschenklischee vollkommen bedient habe und mir eine Damentasche genäht habe: eine kommt, zwei gehen. Unterm Strich habe ich also Taschen abgebaut. Und das klingt schon viel mehr nach mir.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Pläne für 2014



Ich rauche nicht.
Ich treibe fünfmal die Woche Sport.
Ich spare monatlich einen nicht unbeachtlichen Teil meines Gehaltes.
Als Vegetarierin verzehre ich regelmäßig jede Menge Obst und Gemüse und nehme dabei Vitamine zu mir.
Ich kaufe nur ein, was ich wirklich benötige.
Und Ordnung könnte ich erfunden haben.

Was für Vorsätze fürs neue Jahr kann ich mir dann überhaupt noch nehmen?

Ich bin kein Freund von Vorsätzen. Die meisten werden doch eh nicht umgesetzt und nach ein oder zwei Monaten als gescheitert abgehakt.
Vergangenes Jahr scheiterte ich mit meiner Nähkrise an meinem Plan, mir eine neue Nähmaschine zu gönnen. Ich habe monatelang gar nicht genäht – und wenn, dann nichts für mich. Noch immer ist fraglich, ob ich eine weitere Maschine eigentlich wirklich brauche. Ich lasse einfach noch einige Monate oder Jahre ins Land streichen. Denn das ist keine Entscheidung, die ich über das Kreuz brechen muss. Eine neue Nähmaschine ist kein neuer Wasserkocher, den ich dringend und sofort brauche. Oder ein Staubsauger, der schnell ersetzt werden muss, weil der alte sich lieber für den elektrischen Freitod entschied. Meine alte Pfaff 210 (meine Erika) läuft ja noch wie am Schnürchen, sie tut zuverlässig ihren Dienst. Auch wenn ich eben keinen Jersey mit ihr verarbeiten oder kunstvolle Zierstiche aufs Nähwerk setzen kann.
Ich würde gerne sagen, dass ich mir daher für dieses Jahr keine großen Pläne vorgenommen habe. Aber dann müsste ich wohl doch irgendwie lügen.

Im Juni vergangenen Jahres habe ich eine Patchworkdecke angefangen. Und eben jene nehme ich mir als Jahresprojekt vor. Ich meine mich zu erinnern, dass ich sowieso mal meinte, dass ich plane, damit bis Ende 2014 beschäftigt zu sein.
Bei Natron&Soda wurde dann von Gluglu (von der auch dieses tolle Logo stammt!) das Jahresprojekt „Unfold your blanket“ gestartet, bei dem ich mich mit meiner angefangenen Decke dran hängen darf. Bedingung: mindestens zum Ende eines Monats muss man eine Statusmeldung geben und Bericht erstatten. Fair, wie ich finde. Und für mich hoffentlich Ansporn genug, die Decke wieder aus der Kiste zu holen und weiter zu arbeiten. Denn seit Oktober habe ich daran überhaupt nichts gemacht.
Stand der Dinge ist also dieser:
 
Auf dass ich mich in einem Jahr in meine neue Decke kuscheln kann.

Keine Vorsätze sondern viel mehr Ziele für 2014 sind: endlich
Double Unders und 20 Pull ups schaffen. Die Boxjumps habe ich ja sogar noch im Dezember gemeistert (reine Kopfsache, aber das zu Wissen hilft einem überhaupt nicht, wenn man davor steht und sich der Kopf weigert, den Absprungbefehl an den restlichen Körper weiter zu geben…).