Mittwoch, 25. September 2013

Verrückt! Oder doch nur paradox?

Was passiert eigentlich, wenn Pinocchio laut aufschreit: „Meine Nase wächst gerade!“
Bekannt ist, dass Pinocchios Nase wächst, wenn er lügt. Wächst sie nicht und er proklamiert laut, sie würde es doch tun, dann lügt er und die Nase wächst doch – und er hätte die Wahrheit gesagt. Hätte er von vorneherein die Wahrheit gesagt – würde die Nase dann wirklich wachsen?


Wer hat als Kind denn nicht gesagt, es hätte gerne die Bratwurst „mit ohne Senf?“ Ja, selbst ich habe das gesagt – damals, als ich noch klein und keine Vegetarierin war.

Paradoxien, Antinomien und Widersprüche faszinieren mich. Allgemein fasziniert mich ja, dass ein Konstrukt, welches wir Menschen „erdacht“ haben, uns so viele Rätsel aufgeben kann. Ich möchte hier nur mal aus der Zahlentheorie die Goldbach‘sche Vermutung nennen:
Jede gerade Zahl größer als 2 kann als Summe zweier Primzahlen geschrieben werden.“
Also:
4 =  2+2
6 =  3+3
8 =  5+3
10 = 5+5
12 = 7+5

14 = 7+7 usw.
Ich könnte unendlich viele Beispiele nennen, denn es gibt unendlich viele gerade Zahlen. Aber wie schon die Bezeichnung als Vermutung verrät: dies wäre kein Beweis für diese Aussage. Denn bislang ist diese Aussage nämlich unbewiesen. Verrückt, oder? Da konstruiert sich der Mensch die Zahlenmenge derjenigen Zahlen, die nur durch 1 und sich selbst teilbar sind und auf einmal machen diese Zahlen „Dinge“, die wir nicht erklären können.

Die wohl bekannteste Antinomie ist die des Barbiers, der ausschließlich jene rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Rasiert er sich dann selber?

Wie Mr. Spock jetzt sagen würde: „Faszinierend.“  Ich nenne es auch gerne mal „verrückt“.
Als „verrückt“ bezeichnet man ja gemeinhin Menschen, deren Verstand dem Wahnsinn verfallen ist. Das Wort „verrückt“ beschreibt aber gleichermaßen das zweite Partizip des Verbes „verrücken“. Seit meiner Kindheit erfreue ich mich über den Namen des Spieles „Das verrückte Labyrinth“ weil der Name beide Bedeutungen des Namens aufgreift.

Verrückt habe ich übrigens auch den Geburtstag meines Blogs. Laut Registry habe ich den Blog am 12.09.2011 registriert und am 13.09.2011 den ersten Beitrag veröffentlicht. Mittlerweile aber gibt es diesen Beitrag nicht mehr und so verlege ich den Geburtstag auf den 25.09. und ein Blick auf den Kalender verrät dann, dass heute der zweijährige Geburtstag meines Blogs ist.
Wie doch die Zeit vergeht!

Und ich gestehe, dass ich es beinahe selber vergessen hätte. Aber ich gestehe auch, dass  das späte Sich-Erinnern nicht viel ändert. Gerne werden ja Giveaways zu solchen Anlässen verschenkt. "Giveaway? Was ist denn das für ein Wort?" Für mich ist es einer der ekeligen Amiwörter. Aber wenn ich schon mal ehrlich bin: meine Abneigung hat einen arbeitsbezogene Hintergründe. Naja, nichts desto trotz: "Hier gibt es nichts zu sehen, sie können weiter gehen!"
Bis ein weiteres Jahr verstrichen ist...

Mittwoch, 11. September 2013

melas dark diary: Süchtig nach Koffein

Es ist schon interessant, was eine belanglose Diskussion über Socken so anrichten kann.
Sie ist zum Beispiel unter anderem Auslöser dafür, dass Robert sich entschlossen hat, auch mal einen Ausflug zurück zu den Wurzeln eines Blogs zu machen: einfach auch mal Alltägliches berichten. Wie man es damals ganz klassisch in einem Tagebuch machte. Ich greife diese Idee auf und würde mich freuen, wenn die Diskussion über Socken noch viel größere Kreise zieht und weitere Blogger diese Idee aufgreifen.

Mein erster Ausflug, den ich in mein Privatleben anbiete, ist meiner Müdigkeit geschuldet. Es gibt Zeiten, da schlafe ich nachts einfach nicht. Während meines Studiums nutzte ich die nächtlichen Stunden der Ruhe, um meine wöchentlichen (durchaus Pflicht-)Hausaufgaben zu machen. Tagsüber war wegen der Uni und meines Jobs in der Videothek einfach keine Zeit dazu. Als ich das Studium beendete und ich vor der Frage stand, welche Richtung mein Leben nehmen soll (bleibe ich in der Lehre, gehe ich ins Banken- und Versicherungswesen, in die freie Wirtschaft oder bestreite ich mein Lebensunterhalt mit meinem Hobby dem Programmieren), entschied ich mich bekanntermaßen für ein Leben als Software-Entwicklerin und programmierte fleißig. Auch nachts natürlich. Oder vielmehr: ich wurde nachts wach, weil ich im Traum eine viel elegantere Lösung entwickelt hatte. Auch heute noch liege ich oft nachts wach und grüble – über  aktuelle Geschehnisse in meinem Leben, Nähprojekte, die Vergangenheit, Programmierprobleme und hin und wieder ertappe ich mich auch dabei, wie ich anstelle von Schäfchen zu zählen Integrale berechne, um wieder einzuschlafen. A tiger never changes its stripes.

Diese nächtlichen Aktivitäten haben ihren Preis: permanente Müdigkeit.
Ganz der Tradition der Software-Entwickler entsprechend habe ich daher Ende 2010 angefangen, auf Arbeit gefühlt einen Liter Kaffee zu trinken. Und der Teufelskreis nahm seinen Anfang. Weil ich tagsüber so übermüdet war, trank ich jede Menge Kaffee – und war nachts zu aufgekratzt, um schlafen zu können. Und wenn ich ehrlich bin: ich mag Kaffee noch nicht einmal. Daher ließ ich den Kaffee bald wieder und stieg auf 1,5L Energydrink am Tag um. Ich pflege Kaffee sowieso so stark zu süßen, dass der Zuckergehalt einer Tasse mela-tauglichen Kaffees in etwa einer kompletten Flasche Energy entspricht. Der absolute Höhepunkt meines Koffein-Konsums bildet aber wohl mein Krankenhaus-Aufenthalt November/Dezember 2011, als mir wegen meiner postpunktionalen Kopfschmerzen täglich 1,2g konzentriertes Koffein in Tablettenform verabreicht wurde. Da lag ich tagelang nachts wach – mit den unerträglichsten Schmerzen, die mich eigentlich den tiefsten Schlaf meines Lebens wünschen ließen.
Seitdem trinke ich mit einer Häufigkeit Kaffee, die ich im Jahr betrachtet mit einer Hand angeben könnte. Aber das Problem der Müdigkeit bleibt weiterhin – denn auch wenn in meinem Körper wieder Blut statt Kaffee in den Adern zirkuliert, so impliziert das automatisch ja leider nicht, dass ich nachts den Schlaf bekomme, den ein erwachsener Mensch so braucht. Meine Lösung dieses Dilemmas ist auf Arbeit sehr einfach: ich gönne mir einen Pocket Coffee und erhalte so einen kleinen und ausreichenden Kick, um nicht nur nicht einzuschlafen sondern auch um so fit zu sein, dass ich klar und strukturiert denken kann. In meinem Büro lagere ich daher in einer Schreibtischschublade stets eine 18er Packung dieser Espresso-Pralinen. Wie es der Zufall aber nun einmal will, bemerkte ich bereits im Juli, dass sich eben diese Packung allmählich leerte und ich dringend Nachschub brauche. Ich bin kein Freund des Einkaufens und arbeite meine Liste im Supermarkt schnellstmöglich ab – so landete also Pocket Coffee diverse male auf meiner Einkaufsliste, weil es jedes Mal partout nicht da stand, wo ich es für gewöhnlich finde.  Dann beschlich mich allmählich ein ungutes Gefühl. Gibt es das überhaupt noch im Sortiment? Ich klapperte jeden Supermarkt in Vechta ab. Doch nirgends konnte ich die kleinen Kaffee-Schoko-Bomben finden, auch nicht als ich einmal den Unke als Einkaufs-Unterstützung dabei hatte. Sollte eine müde mela mit kleinen Augen nun zum Alltag gehören? Auf Arbeit wog ich mittlerweile fast täglich ab, ob mein Müdigkeits-Grad es rechtfertigte, die letzte Praline zu essen. Diese letzte kleine Köstlichkeit des Wachwerdens. Es gab etliche Tage in den letzten Wochen, da zog ich auf Arbeit die Schublade auf und dachte dann: „Nein, heute noch nicht!“ Nun aber geschah auch das unausweichliche: ich musste sie verzehren.
An diesem Tag war ich dann wieder wach, doch verhöhnte mich seitdem ein leerer Stellplatz in meiner Schublade, den ich mit einem Jahresvorrat Traubenzucker auffüllte. Nur ein schwacher Trost und auch kein adäquater Ersatz. Zum Glück schmeckt der Kaffee hier auf Arbeit wie ein Schlag an den Hals – nur nicht ganz so angenehm, so dass sich mir gar nicht mehr erst die Alternative des tassenweisen Kaffee-Genusses bietet. Aber Abhilfe ist in Sicht! Die Abwesenheit von Pocket-Coffee in den Regalen der Supermärkte erklärte sich durch die Sommerpause von Ferrero und endet glücklicherweise am 19.09.2013. Man kann sich nicht vorstellen, wie froh ich über diese Nachricht war. In meinen Gedanken streiche ich schon mit zitternden Händen jeden Tag im Kalender den aktuellen Tag durch. Der Countdown läuft. Aber natürlich würde ich niemals zugeben, dass ich diese kleinen Portionen Koffein brauche. Nur in meinem Tagebuch halt...