Donnerstag, 27. Juni 2013

Drei, Fünf und Sieben


Ich habe es am Freitag übertrieben.
Freitags gehe ich statt zum Zumba nun den vierten Tag in der Woche in den örtlichen Boxclub: um 18Uhr findet das tägliche Cross Fit statt, das ansonsten immer um 17Uhr startet und daher für mich arbeitstechnisch  außen vor ist.
Das Workout der vergangenen Woche bescherte mich nicht nur mit einem Grinsen um das ganze Gesicht sondern auch mit einem Muskelkater, den ich bin zum heutigen Tag spüre. Sonntags konnte ich mir noch nicht einmal meine Schuhe anziehen…
Wie ihr euch also denken könnt, war an handwerkliches Schaffen nur in meinen kühnsten Träumen zu denken. Was aber nicht weiter schlimm ist, plane ich doch für meine Kuscheldecke sowieso einen sehr langen Zeitraum ein.
Aber zumindest einen kleinen Erfolg kann ich schon verbuchen: ich habe ein paar Stoffsechsecke zugeschnitten und auch schon aneinander genäht. Ich habe also die erste Hex-Blüte fertig.
 
 
 
Des Weiteren habe ich mir mal ein einer stilleren Minute Gedanken dazu gemacht, wie ich die Hex-Blüten überhaupt platzieren mag. Ich habe mich für ein Wellenmuster entschieden, bei dem sich pro Reihe meine beiden Grüntöne abwechseln.

 


Wie breit aber eine Reihe wird, das weiß ich noch nicht. Bei 3 Blüten könnte das ganze sehr schmal werden, daher liebäugle ich mit 5 oder 7 Blüten. Auf jeden Fall mit einer ungeraden Anzahl.
Und da sind 3,5 und 7 einfach die schönsten Zahlen. Warum? Ganz einfach: es sind die einzigen drei Primzahlen, die aufeinander folgen. Sie bilden das einzige sogenannte Primzahldrilling (wobei einige Zahlentheoretiker dann auch Primzahlen als Drilling bezeichnen, wenn sie in der gleichen Dekade liegen – also zum Beispiel 11, 13, 17).
Da ich die Aussage nicht einfach so stehen lassen möchte, werde ich euch auch mal flott und – wie ich hoffe – verständlich beweisen, dass es wirklich nur diese drei ungerade Zahlen gibt, die aufeinander folgen und prim sind.

Erst einmal frischen wir mal schnell unser Gedächtnis auf: Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl größer 1, die nur zwei natürliche Teiler hat: 1 und sich selber.
Landläufig glaubt man, dass die 1 ebenfalls eine Primzahl sei. Aber bei der 1 handelt es sich genau genommen um die Einheit der natürlichen Zahlen.

Trivial ist, dass die 2 die einzig gerade Primzahl ist, sie ist daher die besonderste von allen. Meiner Meinung nach.
Aber nun zu den Drillingen. Behaupten wir einfach mal, es gäbe weitere drei aufeinander folgende, ungerade natürliche Zahlen, die prim und größer als 7 sind.
Die erste dieser Primzahlen p ist also kein Vielfaches von 3 (sonst wäre sie ja nicht prim). Nehmen wir einfach mal an, sie sei ein Vielfaches von 3 plus 1, also p = 3x + 1. Die nächste ungerade Zahl wäre demnach p + 2 = 3x + 1 + 2 = 3x + 3 = 3(x+1) und damit ein Vielfaches von 3. Sie kann also nicht prim sein und daher darf unsere erste Primzahl p kein Vielfaches von 3 plus 1 sein. Sei sie also ein Vielfaches von 3 plus 2, also p = 3x + 2. Dann ist die übernächste ungerade Zahl p + 4 = 3x + 2 + 4 = 3x + 6 = 3(x+2) und somit wieder ein Vielfaches von 3.
Es gibt also wirklich nur die drei Primzahlen 3,5 und 7, die direkt aufeinander folgen. Ich finde, Grund genug ihnen meine Patchwork-Kuscheldecke zu widmen.

Donnerstag, 13. Juni 2013

And then she does hex

Pratchett-Fans werden sofort wissen: HEX ist die leistungsstarke Rechenmaschine der Scheibenwelt, die unter anderem mit Ameisen arbeitet (ich verweise hier nur auf den „Anthill Inside“-Aufkleber, der nicht zu verwechseln ist mit dem „Intel Inside“-Kleberchen, der vermutlich auf euren Rechnern daheim klebt), die im Zuckerrausch durch Rohre laufen.

Anhänger des Volks- und Aberglaubes aber schreien vielleicht gleich: „Hexe, Hexe!“ und die emsigsten unter ihnen möchten auch schon den Scheiterhaufen schichten. Einen zündfähigen Ballen Reisig sollte man sowieso immer im Hexen-Angriff-Überlebens-Köfferchen dabei haben.
 
Ich kann euch aber ein wenig beruhigen: in meinem Wahnsinn habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, Bienenwaben als Arbeitsspeicher zu verwenden (auch wenn ich dies im Abstraktum für gar nicht mal so wahnsinnig halte), um HEX aus der Scheiben- in die unsrige Welt zu holen.
Auch verfüge ich über keine magischen heil- oder unheilbringenden Kräfte. Über die nicht magischen möchte ich mich an dieser Stelle mal nicht auslassen.
Unter all den vielen Sprachen, die ich mal lernte und zum Teil auch noch beherrsche (in ein paar Jahren mache ich mal eine Europa-Rundreise und frische alle Sprachen wieder auf), ist Griechisch leider nicht dabei. Vielleicht einmal später, wenn ich in Rente bin. Aber ein paar Brocken beherrscht man eben doch (ebenso wie Latein, wenn man des Deutschen, Englischen, Französischen und Spanischen mächtig ist) – und so weiß ich, dass das Wort „hexa“ das griechische Äquivalent (hui, und schon wieder ein Fremdwort, dessen Bedeutung man einfach kennt:  es ist der lateinische Ausdruck für „gleichbedeutend“) zum deutschen „sechs“ ist.
Und ich denke, den meisten ist jetzt klar, was ich nun mache. Ich nähe mir einen Quilt per Hand – aus Sechsecken (griechisch: Hexagon). Dabei bediene ich mich der english paper piecing - Methode.

Dazu stelle ich aus als erstes Karton eine sogenannte Fensterschablone her. Das innere Hexagon entspricht der fertigen Größe, die die Hexagone im Quilt haben werden. Das äußere Hexagon ist das Schnittmuster für den Stoff, also inkl. Nahtzugaben. Die Innenkante wird für die Papierhexagone verwendet (die ich später mittig auf die aus Stoffen hefte) .





Momentan hänge ich am Zuschnitt der Papiervorlagen fest. Ich halte mich jetzt schon für wahnsinnig, denn ich möchte mir eine riesige Kuscheldecke für die Couch machen. In den Farben Grün und weiß (evtl. mit schwarzen Akzenten).  Da ich auf großen Flächen keine kleinen Muster mag, haben meine Hexagone den netten Vorteil, dass sie eine Kantenlänge von jeweils 5cm haben.
Geplant ist, dass ich wirklich alles per Hand nähe. Damit ich dies auch total entspannt (mal schauen, ob ich dabei entspannt bin…) auf der Couch beim gemeinsamen Serien-Abend mit meinem lieben Technikfraggel nähen kann. Oder wenn ich mal wieder beim Arzt im Wartezimmer sitze (ich hoffe, dass dies nicht allzu oft vorkommen wird) oder wenn ich mal wieder ins Krankenhaus muss (was hoffentlich erst recht nicht vorkommen wird). Abzusehen ist schon mal, dass das ein Langzeitprojekt werden wird. Ich glaube aber, dass dies eine gute Abwechslung und Alternative dazu ist, mir Kleidung zu nähen, die ich nicht mag.

Ich habe übrigens beim Herumgogglen zu dem Thema eine Seite gefunden, die ich euch nicht vorenthalten mag:  http://englishpaperpiecing.jimdo.com