Donnerstag, 26. Dezember 2013

Stitch your own TARDIS

Weihnachten.
Es gibt so vieles, was man mit diesen zwei Tagen des Jahres verbinden kann: Familie, Besinnlichkeit, Winter, Schnee, Geschenke.

Oder in meinem Fall: das Weihnachtsspezial der siebten Staffel von Doctor Who.
Herbei gesehnt und gefürchtet zugleich.
Es ist die 800. Folge insgesamt dieser Serie, die vierte Weihnachtsfolge mit Matt Smith und mit den zuvorigen Folgen "The Name of the Doctor" und "The Day of the Doctor" bildet die Folge "The Time of the Doctor" den dramatischen Abschied von Matt Smith als den Doctor. Wenn man mich fragt, welcher "mein Doctor" ist, dann bin ich hin und her gerissen zwischen dem Neunten (Christopher Ecclestone) und dem Elften (Matt Smith). Der Neunte trägt so schwer an seiner Bürde, sein eigenes Volk vernichtet zu haben. Der Elfte hat diese Bürde so tief ins Innere verbannt und ist trotz seines jugendlichen Aussehens der gnadenloseste Doctor. Ich bin gespannt auf seine neue Regeneration, die im Spezial nun offiziell eingeführt wurde.

Bereits vor dem Geburtstagsspezial "The Day of the Doctor" habe ich ja schon an einem neuen E-Reader Cover angefangen. Etwa zeitgleich habe ich auf www.medimops.de ein Buch erstanden zum Thema Sticken. Das Buch ist toll und motiviert direkt, doch das ein oder andere zu sticken.






Und dann kam AgnesBarton und setzte die Meßlatte sehr hoch: sie stickte einen Adventskalender für ihren Mann.  Ich seufzte einmal tief, grübelte einige Tage und kam dann zu dem Schluss: ich fange von vorne an! Diesmal wird das komplette Bild gestickt.

Als Stickgrund dient mir recht grobe weiße Baumwolle, die ich mit Bügelvlies verstärkt habe und auf die ich die Konturen gezeichnet habe.




Fürs Innenleben hatte ich mir vorher schon was Spezielles überlegt. Eine TARDIS ist von innen größer als von außen - ebenso das Kindle. Daher möchte ich für das Innendesign ebenfalls eine Stickerei anfertigen, in Gallifreyan.
(Ich zitiere meinen Arbeitskollegen, der, um zwei Abstände miteinander zu vergleichen, zum Patchkabel griff:) "Um den Nerdfaktor zu erhöhen". 




Geschrieben steht dort "It is bigger on the inside".

Ein bißchen Material, so dass ich heute schon anfangen kann, habe ich auch schon hier. Es fehlt aber noch an Royalblau, denn das wird nicht reichen.


In den vergangenen Wochen habe ich beim DVD schauen / Streamen immer gestrickt, so dass ich nun währenddessen halt Sticken werde. Und mir dabei vier bis fünfundfünfzig mal Doctor Who anschauen werde.

Sonntag, 17. November 2013

Mit Pizza und Stahl aus dem Krea-Tief

Erschreckend, wie die Zeit verrint.
Es sind fünf Wochen ins Land gezogen seit des letzten Postings an dieser Stelle. Ich war nicht ganz untät, muss ich einräumen.
Um endlich aus meinem kreativen Tief (kurz Krea-Tief) zu kommen, habe ich einige Kleinigkeiten für meinen Kollegen genäht. Neben zwei Einkaufsbeuteln in schwarz auch eine Verkleidung für seinen Sitzkarton, den er von seiner Mutter als Hommage an seine Studentenbude geschenkt bekommen hatte. Grausig, oder?


Eigentlich möchte man gar nicht wissen, inwiefern das eine Hommage ist - glaubt mir. Besprochen haben wir das ganze schon bereits im Juli, aber durch diverse Umstände habe ich mich erst vergangene Woche daran gesetzt. Vermutlich, weil ich den Sitzkarton seit zwei Tagen in der Wohnung hatte und den Anblick nicht mehr ertragen konnte.


Ich habe ein kleines Kopfkissen von IKEA genommen und einen Bezug mit Hotelverschluss und offenen Kanten (also die Nahtzugaben außen und nicht innen) genäht und den Schlauch als Bezug auf eben diese Nahtzugaben gesteppt. Dadurch ist das Kissen bei Bedarf (oder ungebetenem Besuch, der es sich nicht allzu bequem machen soll) herausnehmbar.

Es ist schon ein Weilchen her, aber ich hatte meine Gründe, dass ich es erst heute schreiben kann: ich habe eine wunderschöne Fibel gewonnen. Geschmiedet in der Schmiede Eisenfeuer Balins.
Ist sie nicht schön?
 
 
Als Dankeschön für dieses wunderschöne Stück Schmiedekunst wollte ich ihm etwas Kleines zurück schicken. Das "etwas kleine" dauerte drei Wochen in der Fertigstellung.
Da Balin ja Zwerge mag, fand ich die Idee so schön, ihm einen Amigurumi zu häkeln. Gefunden habe ich im Internet eine Anleitung für Zwerge, also habe ich meine Wollbestände ein wenig dezimiert. Und so macht sich dann morgen dieser kleine Kerl auf die Reise zu Balin:




Die Fibel hatte übrigens ein perfektes Timing. Denn nur wenige Tage später habe ich um meine Aufnahme bei Famra erfahren. Ich schreibe diese Zeilen nun als Söldnerin. Und was ist eine Söldnerin ohne geeigneten Stahl zum Kampfe? Ja, ziemlich wertlos. Und so machte ich mir selber ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.


Auch wenn ich mir vorgenommen habe, meine Erstausstattung nicht selber zu nähen (das wäre schlichtweg zu viel Stress), so werde ich doch meinen Umhang aus schwerer Wolle selber nähen und meine neue Fibel wird diesen natürlich schließen.

Oh ja, ich schreibe davon, mir etwas selber zu nähen. Und wenn ich ehrlich bin: ich bin sogar schon wieder dabei, etwas nur für mich zu nähen. Und zwar mit Begeisterung!
Wie vielleicht der ein oder andere weiß, feiert der Doctor kommende Woche seinen fünfzigsten Geburtstag. Zu diesem Anlass finden in vielen Kinos Europas zeitglich die Vorführung des Specials The Day of the Doctor statt. Ich persönlich werde in Oldenburg im Kino sitzen. Wer bisher noch nichts von Doctor Who gehört oder gesehen hat und eine Vorliebe für Science Fiction oder britischem Humor hatt, dem lege ich die Serie ans Herzen. Hier kann man die englischen Trailer sehen, die zumindest mir schon in aller Vorfreude Gänsehaut bereiten:






Der Doctor reist mit einer blauen Telefonbox durch Raum unf Zeit, seiner T.A.R.D.I.S. Und eben diese Telefonbox ist von innen größer als von außen. Eine Beschreibung, die ich nicht treffender für meinen Kindle Paperwhite finden konnte. Und eben deshalb muss einfach ein Kindle Cover her, das der T.A.R.D.I.S. nachempfunden ist.

Bislang habe ich neben dem Zuschnitt und dem Übertragen der Konturen noch nicht viel geschafft.



Um die Plastizität der T.A.R.D.I.S. ein wenig nachzuempfinden, habe ich für die unteren Segmente kleine blaue Rechtecke zugeschnitten, ein wenig mit schwarzer Farbe betupft und dann aufgesteppt.
 

Das Cover wird mich noch ein wenig länger beschäftigt halten, so dass ich für heute erstmal Feierabend mache. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

Samstag, 12. Oktober 2013

melas dark diary: mein grüner Daumen

Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich bin ein Gartenkind.
Meine Eltern hatten in meinen ersten circa dreizehn Lebensjahren einen Schrebergarten, in den meine Schwester und ich mehr als nur einmal knietief im Matsch standen. Kinder machen sich gerne dreckig und sollen das ja auch. Man ist immerhin nur einmal Kind und sollte die wenigen kurzen Augenblicke vor der Aussaat des Gemüses auch mal nutzen, in die noch leeren Beete knietiefe Löcher zu graben, da hineinzusteigen und diese mit Wasser aufzufüllen. Und wenn ich mich richtig erinnere, waren es sogar meine Eltern, die diese Löcher mit Wasser auffüllten!
Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, welche Gemüsesorten ich in mein eigenes kleines Beet angepflanzt habe, aber ich erinnere mich an meine erste Zimmerpflanze: es war ein Efeu, der an meine Wände des Kinderzimmers empor ranken sollte. Mein Efeu wuchs wie verrückt, aber leider kletterte er nie die Wände hinauf.
Ich meine, ich war vierzehn, als ich mir meine erste Venusfliegenfalle ins Zimmer holte. Doch diese Pflanzen leben bei mir leider nie lange - anders als ihre fleischfressenden Verwandten, die nun mehr seit Jahren meine Fensterbank bewohnen.

Ob ein Zusammenhang mit meiner Gartenkindheit und meinem grünen Daumen besteht, weiß ich nicht. Wahrscheinlicher ist, dass ich in diesem Bezug einfach die Tochter meiner Mutter bin - sie hat nämlich auch einen grünen Daumen.

In meiner kleinen Wohnung leben mittlerweile zwanzig Pflanzen, wobei ich meine Lithopses der Einfachheit halber mal als eine Pflanze zähle. Zwanzig!

Da ich der festen Überzeugung bin, dass bestimmt nicht nur ich Wohnungen mit Pflanzen gemütlich finde, habe ich passend zur neuen Wohnung dem Technikfraggle ein kleines Arrangement aus Sukkulenten zusammen gestellt. Die Pflanzen habe ich alle von exotenherz bezogen. Dort hätte ich mir auch direkt fertige Arrangements kaufen können, aber da hat dann doch mein DIY-Drang obsiegt. Warum kaufen, wenn ich es auch selber machen kann?
 


Mir gefällt die Komposition ziemlich gut, eigentlich würde ich es ja lieber behalten. Aber ich habe hier wirklich keinen Platz mehr.

Zumal ich mir selber natürlich auch wieder ein paar Pflanzen gegönnt habe. Neben einem kleinen Topf voller kleiner Lithopse (so etwa 10 bis 15 Stück) durften Tillandsien bei mir einziehen. Da sie wie Carnivoren kein kalkhaltiges Wasser vertragen, werden sie eben auch wie die Carnivoren mit dem Wasser des Moorbaches gegossen. Und sie dürfen sich mit meinen Carnivoren meine Fensterbank am Südfenster teilen, da sie auch bevorzugt hell stehen.


Die Tillandsien habe ich im Gegensatz zu den Sukkulenten als fertiges Arrangement gekauft, da die Pflanzen auf Wurzeln oder Gestein geklebt werden. Da sie sich über ihre Blattoberfläche ernähren, kann man sie auch ohne festen Untergrund halten, ich finde es aber so doch ein wenig dekorativer.

Ich habe mich für eine Pflanze auf einer Wurzel und einer Pflanze auf einem Stein entschieden.




Und weil ich heute mehrmals im örtlichen Blumenhandel war, um Übertöpfe und Seramis zu kaufen, habe ich von diesem ein weiteres Arrangement mitgenommen. Auch auf Stein mit zwei Pflanzen. Da ich kein seperates Bild von diesen Pflanzen habe, hier ein Gruppenbild der Tillandsien.
 
 
Tillandsien sind übrigens Ananasgewächse und scheinbar gerade in "Pflanzenmode".

Nie aus der Pflanzenmode gekommen sind bei mir ja die Carnivoren. Als Moorpflanzen sind Carnivoren es gewohnt, auf mineralarmen Böden zu wachsen. Da mein erst neulich gekauftes Sonnentau bereits kränkelt, habe ich mir für ein Experiment entschieden: Carnivoren in Seramis. Mal schauen, wie sich die Pflanze darin so macht.


Und natürlich habe ich mir ein weiteres Exemplar Sonnentau geholt, eben weil obiger Hybrid schon so stark kränkelt.

 
 
Man erkennt es vielleicht bereits auf den Bildern: Bei Pflanzen gebe ich Seramis den Vorzug gegenüber der üblichen Blumenerde. So kann ich genau bestimmen, welche Nährstoffe ich meinen Pflanzen gebe (über Dünger) und ich brauche nicht regelmäßig umtopfen, weil die Nährstoffe ausgegangen sind (wie es bei Blumenerde ist). Lediglich wenn die Pflanze zu groß wird, dann gönne ich ihr einen neuen Topf. Und da meine Schefflera mal wieder einen ordentlich Schuss in die Höhe gemacht hat, habe ich ihr heute einen großen Pflanzkübel gegönnt.
Der Wachstumsschub liegt vermutlich an dem Standortwechsel vom Sonnenfenster weg hin zum hellen aber nicht mehr direkt sonnigen Standort. Ich weiß nicht, ob ich das Sprießen der letzten Blätter schon als Vergeilung werten muss oder nicht. Ich warte bis zum Frühjahr ab und werde gegebenenfalls zurück schneiden.

 

Apropos Dünger: ich dünge meine "normalen" Pflanzen regelmäßig mit handelsüblichen Dünger auf Guano-Basis. Da die Tillandsien eigentlich alle paar Wochen eine Dusche in Dünger mögen, habe ich mir heute erklären lassen, dass ich dazu auch eben jenen Dünger in sehr schwacher Konzentration nehmen kann. Und nicht den Bromeliendünger brauche, wie mir anfangs empfohlen wurde.
Meine Kakteen und die Lithops dünge ich im Sommer mit Kakteendünger.

 
In meinem Büro habe ich mittlerweile auch eine kleine ansehnliche Pflanzenzucht, unter anderem habe ich da eine Chili stehen. Und seit letzter Woche habe ich da die erste Schote dran!
 


Geplant ist, dass ich diese ernte (und die weiteren, sollten welche kommen) und die Samen bis nächstes Jahr getrocknet aufbewahre, um mir eine zweite Generation zu ziehen.
Wie schaut es mit eurem grünen Daumen aus? Habt ihr auch Pflanzen und wenn ja: was für welche?

Montag, 7. Oktober 2013

Die Invasion der Sechsecke beginnt

Ich erinnere mich an die Besuche bei meiner Tante und meinem Onkel in der Kindheit, als diese noch in einem Hochhaus wohnten, im fünften Stock. Damals rannte ich gegen den Fahrstuhl um die Wette die Treppen hinaus. Und gewann eigentlich immer.

In der Uni saß die mathematische Fakultät in einem sechsstöckigem Verwaltungsgebäude. Da rannte ich dann nicht mehr die Treppen hinauf, sondern nutzte den Fahrstuhl. Stets mit einem mulmigen Gefühl. Mir behagt der Gedanke einfach nicht, mich transportieren zu lassen, ohne dass ich eingreifen kann. Das gleiche Problem habe ich auch beim Fliegen. Aber zurück zu Aufzügen. Wusstet ihr, dass man von einer Aufzugsanlage erst spricht, wenn die Förderungshöhe mindestens 180cm umfasst, ein fester Zustiegsplatz und eine teilweise geführte Aufzugskabine vorliegen?

Da benutzt man so unzählige Male dieses Beförderungsmittel ohne jemals nach der Definition gefragt zu haben. Mit Aufzügen kann man so viel transportieren: Personen, Speisen, Lasten, Güter, usw. Und es gibt nicht nur den klassischen Aufzug in Lotrichtung - auch waagerecht oder diagonal können sich Aufzüge bewegen.

So unterschiedlich Aufzüge auch sein können, sie haben eines gemeinsam: sie transportieren irgendetwas aus einer Tiefe in die Höhe oder umgekehrt. Leider aber gilt das nur für physikalische Höhenunterschiede.
Aus meinem kreativen Tief also gibt es kein Beförderungsmittel hinaus. Da muss ich irgendwie selber raus kommen. Und meine ersten vorsichtigen Schritte aus diesem hinaus ist das Arbeiten an meinem Quilt, der irgendwann einmal eine Decke werden möchte.

Entschieden habe ich mich für zwei Grüntöne, deren Sechseck-Blüten-Verteilung parallel zur Längskante verlaufen wird, so dass ich Streifen erhalte. Einen dieser insgesamt geplanten fünf Streifen habe ich dieser Tage fertig gemacht.



Ein Streifen an sich enthält sieben Sechseck-Blüten, die Verteilung der zwei Grüntöne wird sich in zwei hell und drei dunkel aufteilen.

Na, wer merkt es? Zwei, Drei, Fünf, Sieben....alles Primzahlen!

Ich brauche pro Streifen 70 weiße Sechsecken und 42 in den Grüntönen. Insgesamt also brauche ich 560 Sechsecken, plus etliche Sechsecken, die in Hälften an den Seiten der Streifen angebracht werden müssen, um gerade Abschlusslinien zu erhalten. Die nächsten Primzahlen größer als 560 lauten: 563, 569, 571, 577, 587, 593, 599, 601.

Wäre doch gelacht, wenn ich es nicht hinbekäme, den gesamten Quilt aus Sechsecken herzustellen, deren Anzahl prim ist! Herausforderung angenommen.

Mittwoch, 25. September 2013

Verrückt! Oder doch nur paradox?

Was passiert eigentlich, wenn Pinocchio laut aufschreit: „Meine Nase wächst gerade!“
Bekannt ist, dass Pinocchios Nase wächst, wenn er lügt. Wächst sie nicht und er proklamiert laut, sie würde es doch tun, dann lügt er und die Nase wächst doch – und er hätte die Wahrheit gesagt. Hätte er von vorneherein die Wahrheit gesagt – würde die Nase dann wirklich wachsen?


Wer hat als Kind denn nicht gesagt, es hätte gerne die Bratwurst „mit ohne Senf?“ Ja, selbst ich habe das gesagt – damals, als ich noch klein und keine Vegetarierin war.

Paradoxien, Antinomien und Widersprüche faszinieren mich. Allgemein fasziniert mich ja, dass ein Konstrukt, welches wir Menschen „erdacht“ haben, uns so viele Rätsel aufgeben kann. Ich möchte hier nur mal aus der Zahlentheorie die Goldbach‘sche Vermutung nennen:
Jede gerade Zahl größer als 2 kann als Summe zweier Primzahlen geschrieben werden.“
Also:
4 =  2+2
6 =  3+3
8 =  5+3
10 = 5+5
12 = 7+5

14 = 7+7 usw.
Ich könnte unendlich viele Beispiele nennen, denn es gibt unendlich viele gerade Zahlen. Aber wie schon die Bezeichnung als Vermutung verrät: dies wäre kein Beweis für diese Aussage. Denn bislang ist diese Aussage nämlich unbewiesen. Verrückt, oder? Da konstruiert sich der Mensch die Zahlenmenge derjenigen Zahlen, die nur durch 1 und sich selbst teilbar sind und auf einmal machen diese Zahlen „Dinge“, die wir nicht erklären können.

Die wohl bekannteste Antinomie ist die des Barbiers, der ausschließlich jene rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Rasiert er sich dann selber?

Wie Mr. Spock jetzt sagen würde: „Faszinierend.“  Ich nenne es auch gerne mal „verrückt“.
Als „verrückt“ bezeichnet man ja gemeinhin Menschen, deren Verstand dem Wahnsinn verfallen ist. Das Wort „verrückt“ beschreibt aber gleichermaßen das zweite Partizip des Verbes „verrücken“. Seit meiner Kindheit erfreue ich mich über den Namen des Spieles „Das verrückte Labyrinth“ weil der Name beide Bedeutungen des Namens aufgreift.

Verrückt habe ich übrigens auch den Geburtstag meines Blogs. Laut Registry habe ich den Blog am 12.09.2011 registriert und am 13.09.2011 den ersten Beitrag veröffentlicht. Mittlerweile aber gibt es diesen Beitrag nicht mehr und so verlege ich den Geburtstag auf den 25.09. und ein Blick auf den Kalender verrät dann, dass heute der zweijährige Geburtstag meines Blogs ist.
Wie doch die Zeit vergeht!

Und ich gestehe, dass ich es beinahe selber vergessen hätte. Aber ich gestehe auch, dass  das späte Sich-Erinnern nicht viel ändert. Gerne werden ja Giveaways zu solchen Anlässen verschenkt. "Giveaway? Was ist denn das für ein Wort?" Für mich ist es einer der ekeligen Amiwörter. Aber wenn ich schon mal ehrlich bin: meine Abneigung hat einen arbeitsbezogene Hintergründe. Naja, nichts desto trotz: "Hier gibt es nichts zu sehen, sie können weiter gehen!"
Bis ein weiteres Jahr verstrichen ist...

Mittwoch, 11. September 2013

melas dark diary: Süchtig nach Koffein

Es ist schon interessant, was eine belanglose Diskussion über Socken so anrichten kann.
Sie ist zum Beispiel unter anderem Auslöser dafür, dass Robert sich entschlossen hat, auch mal einen Ausflug zurück zu den Wurzeln eines Blogs zu machen: einfach auch mal Alltägliches berichten. Wie man es damals ganz klassisch in einem Tagebuch machte. Ich greife diese Idee auf und würde mich freuen, wenn die Diskussion über Socken noch viel größere Kreise zieht und weitere Blogger diese Idee aufgreifen.

Mein erster Ausflug, den ich in mein Privatleben anbiete, ist meiner Müdigkeit geschuldet. Es gibt Zeiten, da schlafe ich nachts einfach nicht. Während meines Studiums nutzte ich die nächtlichen Stunden der Ruhe, um meine wöchentlichen (durchaus Pflicht-)Hausaufgaben zu machen. Tagsüber war wegen der Uni und meines Jobs in der Videothek einfach keine Zeit dazu. Als ich das Studium beendete und ich vor der Frage stand, welche Richtung mein Leben nehmen soll (bleibe ich in der Lehre, gehe ich ins Banken- und Versicherungswesen, in die freie Wirtschaft oder bestreite ich mein Lebensunterhalt mit meinem Hobby dem Programmieren), entschied ich mich bekanntermaßen für ein Leben als Software-Entwicklerin und programmierte fleißig. Auch nachts natürlich. Oder vielmehr: ich wurde nachts wach, weil ich im Traum eine viel elegantere Lösung entwickelt hatte. Auch heute noch liege ich oft nachts wach und grüble – über  aktuelle Geschehnisse in meinem Leben, Nähprojekte, die Vergangenheit, Programmierprobleme und hin und wieder ertappe ich mich auch dabei, wie ich anstelle von Schäfchen zu zählen Integrale berechne, um wieder einzuschlafen. A tiger never changes its stripes.

Diese nächtlichen Aktivitäten haben ihren Preis: permanente Müdigkeit.
Ganz der Tradition der Software-Entwickler entsprechend habe ich daher Ende 2010 angefangen, auf Arbeit gefühlt einen Liter Kaffee zu trinken. Und der Teufelskreis nahm seinen Anfang. Weil ich tagsüber so übermüdet war, trank ich jede Menge Kaffee – und war nachts zu aufgekratzt, um schlafen zu können. Und wenn ich ehrlich bin: ich mag Kaffee noch nicht einmal. Daher ließ ich den Kaffee bald wieder und stieg auf 1,5L Energydrink am Tag um. Ich pflege Kaffee sowieso so stark zu süßen, dass der Zuckergehalt einer Tasse mela-tauglichen Kaffees in etwa einer kompletten Flasche Energy entspricht. Der absolute Höhepunkt meines Koffein-Konsums bildet aber wohl mein Krankenhaus-Aufenthalt November/Dezember 2011, als mir wegen meiner postpunktionalen Kopfschmerzen täglich 1,2g konzentriertes Koffein in Tablettenform verabreicht wurde. Da lag ich tagelang nachts wach – mit den unerträglichsten Schmerzen, die mich eigentlich den tiefsten Schlaf meines Lebens wünschen ließen.
Seitdem trinke ich mit einer Häufigkeit Kaffee, die ich im Jahr betrachtet mit einer Hand angeben könnte. Aber das Problem der Müdigkeit bleibt weiterhin – denn auch wenn in meinem Körper wieder Blut statt Kaffee in den Adern zirkuliert, so impliziert das automatisch ja leider nicht, dass ich nachts den Schlaf bekomme, den ein erwachsener Mensch so braucht. Meine Lösung dieses Dilemmas ist auf Arbeit sehr einfach: ich gönne mir einen Pocket Coffee und erhalte so einen kleinen und ausreichenden Kick, um nicht nur nicht einzuschlafen sondern auch um so fit zu sein, dass ich klar und strukturiert denken kann. In meinem Büro lagere ich daher in einer Schreibtischschublade stets eine 18er Packung dieser Espresso-Pralinen. Wie es der Zufall aber nun einmal will, bemerkte ich bereits im Juli, dass sich eben diese Packung allmählich leerte und ich dringend Nachschub brauche. Ich bin kein Freund des Einkaufens und arbeite meine Liste im Supermarkt schnellstmöglich ab – so landete also Pocket Coffee diverse male auf meiner Einkaufsliste, weil es jedes Mal partout nicht da stand, wo ich es für gewöhnlich finde.  Dann beschlich mich allmählich ein ungutes Gefühl. Gibt es das überhaupt noch im Sortiment? Ich klapperte jeden Supermarkt in Vechta ab. Doch nirgends konnte ich die kleinen Kaffee-Schoko-Bomben finden, auch nicht als ich einmal den Unke als Einkaufs-Unterstützung dabei hatte. Sollte eine müde mela mit kleinen Augen nun zum Alltag gehören? Auf Arbeit wog ich mittlerweile fast täglich ab, ob mein Müdigkeits-Grad es rechtfertigte, die letzte Praline zu essen. Diese letzte kleine Köstlichkeit des Wachwerdens. Es gab etliche Tage in den letzten Wochen, da zog ich auf Arbeit die Schublade auf und dachte dann: „Nein, heute noch nicht!“ Nun aber geschah auch das unausweichliche: ich musste sie verzehren.
An diesem Tag war ich dann wieder wach, doch verhöhnte mich seitdem ein leerer Stellplatz in meiner Schublade, den ich mit einem Jahresvorrat Traubenzucker auffüllte. Nur ein schwacher Trost und auch kein adäquater Ersatz. Zum Glück schmeckt der Kaffee hier auf Arbeit wie ein Schlag an den Hals – nur nicht ganz so angenehm, so dass sich mir gar nicht mehr erst die Alternative des tassenweisen Kaffee-Genusses bietet. Aber Abhilfe ist in Sicht! Die Abwesenheit von Pocket-Coffee in den Regalen der Supermärkte erklärte sich durch die Sommerpause von Ferrero und endet glücklicherweise am 19.09.2013. Man kann sich nicht vorstellen, wie froh ich über diese Nachricht war. In meinen Gedanken streiche ich schon mit zitternden Händen jeden Tag im Kalender den aktuellen Tag durch. Der Countdown läuft. Aber natürlich würde ich niemals zugeben, dass ich diese kleinen Portionen Koffein brauche. Nur in meinem Tagebuch halt...

Mittwoch, 28. August 2013

Schwarz-Rot fürs Mittelalter

Es scheint doch irgendwie in der Natur des Menschen zu liegen, immer dann etwas machen zu wollen, wenn die Zeit dazu eigentlich nicht da ist. Bloggen zum Beispiel.
Ich hatte mir vor zwölf Tagen beim CrossFit den rechten Oberarm gezerrt und durfte die vergangenen Tage bis gestern pausieren. Das passiert einem (also mir) schon mal, wenn man mit einer 12KG-KettleBell ohne wirklich Übung einen Turkish Get-Up versucht. Wer noch nie eine Muskelzerrung hatte: Herzlichen Glückwunsch, es ist kein erstrebenswertes Ziel. Als mir nämlich bei der Drehung auf die Seite meine Stabilität im Arm abhanden kam, knirschte es vorwurfsvoll und zugleich würgereflexerregend im Oberarm. Von den Schmerzen gar nicht erst zu Reden.

Meine elf Abende Sport-Zwangspause nutzte ich zum Nähen und es entstanden zwei Oberteile und eine ausbaufähige Gugel. Denn zwischenzeitlich war ich auch wieder mit den famra-Söldnern lagern. Diesmal in Schwerin.

Genäht hatte ich mir eine Tunika auf Basis eines Burda-Schnittes, den ich um Einschnitte in der Seite erweitert habe. Selbstredend in den famra-Farben schwarz und rot.





Nach Burda entstand dann auch diese Bluse mit der interessanten Ärmellösung.  



Und letzten Endes frei Schnauze habe ich aus meinem letzten Rest Mantelvelours eine Gugel genäht. Diese werde ich aber noch rot füttern, da sie mir so noch sehr unfertig erscheint. Aber mein roter Stoff reicht dafür leider nicht mehr aus, so dass ich irgendwie ein Futter patchworken werde.





Meiner Meinung nach fehlt jetzt nur noch der ein oder andere Rock, damit ich die ersten eigenen Outfits beisammen habe. Und ein Gürtel. Für letzteres habe ich alles an Material bestellt, da in diesem Fall selber machen die preisgünstigere Variante gegenüber dem Kauf ist.
Anfang September begleite ich die Söldner auf das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Remeringhausen und bis dahin möchte ich doch zumindest den Gürtel geschafft haben.

Dienstag, 23. Juli 2013

An die Schwerter, Söldner!

Über achtzehn Monate ist es her, dass ich den Unke von famra kennen gelernt habe. Ziemlich schnell stellten wir fest, dass wir ein paar gemeinsame Interessen haben. Und ziemlich schnell war die Idee geboren, dass ich mal als Gast bei famra mitlagern könnte. Achtzehn Monate später war es dann auch so weit: ein langes, entspannendes und zugleich anstrengendes Wochenende mit den Söldnern von famra liegt hinter mir. Knappe 72 Stunden an der frischen Luft ohne Technik, Strom, Bett  und fließend Wasser. Für mich eine Herausforderung.
Stilvolle Anreise mit Autobeflaggung

Blick ins offene Land

Zwar habe ich selber aktiv ein Jahr lang die Klinge in einer Mittelalter-Truppe geschwungen, doch befand sich diese Truppe noch so weit am Anfang, dass wir nie zusammen gelagert haben.
So ein Wochenend-Heerlager nimmt seinen Beginn am Freitagmorgen: das Lager in seinen Einzelteilen muss in den Hänger geladen werden. Das Lager ist groß, meiner Einschätzung nach, umfasst es neben sechs Zelten noch zwei Sonnensegel, Versorgungskisten, Felle, Planen, Wimpel, Waffen, Fahnen und einen funktionsfähigen Galgen. 
Ein Teil des Lagers

Sympathisch an famra ist, dass sie die „dunkle Seite“ des Mittelalters zeigen (die meiner Meinung nach auch die korrektere ist). Tanzen auf den Mittelaltermärkte doch meist nur Gaukler in farbenfrohen Gewandungen herum, schwingen Ritter mit glänzenden Rüstungen und Waffen eben jene um die Gunst einer holden Jungfrau oder reiten Ritter mit ihren Schlachtrössern in Turnieren gegeneinander, so marschieren die famra-Mitglieder in schwarzer Montur auf, die mit Sicherheit schon bessere Tage gesehen haben mag. 
Amreth
Magnus
Es wehen Banner über das Lager, die auch genauso gut die Beflaggung eines Piratenschiffes stellen könnte. famra sind Söldner, keine Ritter. Sie kämpfen nicht für Ehre oder aus Treue, sondern für Geld. In ihrer Rolle als Söldner verhaften sie einen Delinquenten, den sie zum Galgen zerren und dort kurzen Prozess machen.

Nachdem wir angekommen waren an der Burg Regenstein in Blankenburg, begutachteten wir das Gelände und bauten das Lager direkt am Eingang auf. Das Gelände bot eine super Kulisse, einzig die Unwegsamkeit erschwerte den Auf- und später auch den Abbau: man musste das gesamte Lager zehn Meter bergauf bzw. bergab schleppen.

Vermutlich hat sich nie auch nur ein Gast so ungeschickt beim Aufbau (und später auch beim Abbau) angestellt wie ich: schon vor über elf Jahren habe ich beschlossen, eigentlich nie wieder zelten zu wollen. Nach unzähligen Stunden des Schwitzens stand das Lager dann aber soweit (es fehlte nur noch der Galgen), dass der Abend eingeläutet werden konnte. Am Lagerfeuer sitzend wurde die ein oder andere Anekdote und Flasche Alkohol geteilt (letzteres durfte unberührt an mir vorbei ziehen).



Mort
Das Wetter an den beiden eigentlich Heerlager-Tagen war absolute Spitzenklasse: Sonnenschein satt. Nachdem der Galgen stand und der Markt für Gäste geöffnet war, ließ sich die Truppe inkl. mir in gewandeter Form auf diesem blicken. Wir erkundeten das Gelände, erstürmten die Burgruine.
Da mir bei der Anreise bereits auffiel, wie nah ich eigentlich an meiner alten Heimat bin, hatte ich am Tag zuvor meinen Eltern geschrieben, ob sie nicht auch mal vorbei schauen wollen. Und zu meiner Freude waren sie dann auch da.
Ergreift den Delinquenten

Mit dem Veranstalter abgesprochen inszenierten die Söldner direkt im Anschluss des Ritterturnieres eine Hängung, die bei den Veranstaltern sehr gut ankam.

Abends durfte ich dann noch mit Mort die Klingen kreuzen, was für mich die wohl größte Herausforderung war – stieg ich damals doch wegen meiner Augen aus der damaligen Mittelaltertruppe aus. Es dauerte einige Zeit, bis ich wieder rein kam und nur einmal habe ich die Klinge nicht gesehen, den Schlag jedoch noch abfangen können, aber weder Mort noch ich wurden verletzt. Und ich habe wieder Schwertkampf-Blut geleckt.


Das Wetter am Samstag wurde an Sonnenschein und Wärme am Sonntag übertroffen, so dass sich die Truppe dazu entschied, einen entspannten Tag einzulegen und keine Galgenshow zu inszenieren. Immerhin tragen die Söldner dabei die komplette Montur, was bei der Hitze unverantwortlich gewesen wäre. So also zeigten sie „nur so“ ihre Präsenz auf dem Markt.

"Auf zum Galgen!"
Nachdem die Pforten für die Besucher geschlossen wurden, begannen wir mit dem Abbau des Lagers. Da die Truppe gut eingespielt ist, dauerte dieser keine drei Stunden.  Nach einer sehr langen Heimfahrt und einer viel zu kurzen Nacht, entluden wir am Montagmorgen den Hänger und kamen somit wieder ins 21. Jahrhundert an.
Unke


Das Wochenende mit dieser total verrückten bunten Truppe war wirklich klasse. Am Sonntagabend sehnte ich mich zwar sehnlichst nach meiner Dusche und nach sauberen Fingernägeln (in der Tat habe ich daheim nachts um halb zwei erst meine Fingernägel sauber gemacht und dann erst meine Schuhe ausgezogen), aber irgendwie erscheint einem der Alltag nun ein wenig farbloser – und dass, obwohl die Farbe der Söldner schwarz ist. Sofern ich darf (was ich hoffe), begleite ich die Truppe gerne wieder ins Mittelalter.

Die Söldner

Donnerstag, 27. Juni 2013

Drei, Fünf und Sieben


Ich habe es am Freitag übertrieben.
Freitags gehe ich statt zum Zumba nun den vierten Tag in der Woche in den örtlichen Boxclub: um 18Uhr findet das tägliche Cross Fit statt, das ansonsten immer um 17Uhr startet und daher für mich arbeitstechnisch  außen vor ist.
Das Workout der vergangenen Woche bescherte mich nicht nur mit einem Grinsen um das ganze Gesicht sondern auch mit einem Muskelkater, den ich bin zum heutigen Tag spüre. Sonntags konnte ich mir noch nicht einmal meine Schuhe anziehen…
Wie ihr euch also denken könnt, war an handwerkliches Schaffen nur in meinen kühnsten Träumen zu denken. Was aber nicht weiter schlimm ist, plane ich doch für meine Kuscheldecke sowieso einen sehr langen Zeitraum ein.
Aber zumindest einen kleinen Erfolg kann ich schon verbuchen: ich habe ein paar Stoffsechsecke zugeschnitten und auch schon aneinander genäht. Ich habe also die erste Hex-Blüte fertig.
 
 
 
Des Weiteren habe ich mir mal ein einer stilleren Minute Gedanken dazu gemacht, wie ich die Hex-Blüten überhaupt platzieren mag. Ich habe mich für ein Wellenmuster entschieden, bei dem sich pro Reihe meine beiden Grüntöne abwechseln.

 


Wie breit aber eine Reihe wird, das weiß ich noch nicht. Bei 3 Blüten könnte das ganze sehr schmal werden, daher liebäugle ich mit 5 oder 7 Blüten. Auf jeden Fall mit einer ungeraden Anzahl.
Und da sind 3,5 und 7 einfach die schönsten Zahlen. Warum? Ganz einfach: es sind die einzigen drei Primzahlen, die aufeinander folgen. Sie bilden das einzige sogenannte Primzahldrilling (wobei einige Zahlentheoretiker dann auch Primzahlen als Drilling bezeichnen, wenn sie in der gleichen Dekade liegen – also zum Beispiel 11, 13, 17).
Da ich die Aussage nicht einfach so stehen lassen möchte, werde ich euch auch mal flott und – wie ich hoffe – verständlich beweisen, dass es wirklich nur diese drei ungerade Zahlen gibt, die aufeinander folgen und prim sind.

Erst einmal frischen wir mal schnell unser Gedächtnis auf: Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl größer 1, die nur zwei natürliche Teiler hat: 1 und sich selber.
Landläufig glaubt man, dass die 1 ebenfalls eine Primzahl sei. Aber bei der 1 handelt es sich genau genommen um die Einheit der natürlichen Zahlen.

Trivial ist, dass die 2 die einzig gerade Primzahl ist, sie ist daher die besonderste von allen. Meiner Meinung nach.
Aber nun zu den Drillingen. Behaupten wir einfach mal, es gäbe weitere drei aufeinander folgende, ungerade natürliche Zahlen, die prim und größer als 7 sind.
Die erste dieser Primzahlen p ist also kein Vielfaches von 3 (sonst wäre sie ja nicht prim). Nehmen wir einfach mal an, sie sei ein Vielfaches von 3 plus 1, also p = 3x + 1. Die nächste ungerade Zahl wäre demnach p + 2 = 3x + 1 + 2 = 3x + 3 = 3(x+1) und damit ein Vielfaches von 3. Sie kann also nicht prim sein und daher darf unsere erste Primzahl p kein Vielfaches von 3 plus 1 sein. Sei sie also ein Vielfaches von 3 plus 2, also p = 3x + 2. Dann ist die übernächste ungerade Zahl p + 4 = 3x + 2 + 4 = 3x + 6 = 3(x+2) und somit wieder ein Vielfaches von 3.
Es gibt also wirklich nur die drei Primzahlen 3,5 und 7, die direkt aufeinander folgen. Ich finde, Grund genug ihnen meine Patchwork-Kuscheldecke zu widmen.

Donnerstag, 13. Juni 2013

And then she does hex

Pratchett-Fans werden sofort wissen: HEX ist die leistungsstarke Rechenmaschine der Scheibenwelt, die unter anderem mit Ameisen arbeitet (ich verweise hier nur auf den „Anthill Inside“-Aufkleber, der nicht zu verwechseln ist mit dem „Intel Inside“-Kleberchen, der vermutlich auf euren Rechnern daheim klebt), die im Zuckerrausch durch Rohre laufen.

Anhänger des Volks- und Aberglaubes aber schreien vielleicht gleich: „Hexe, Hexe!“ und die emsigsten unter ihnen möchten auch schon den Scheiterhaufen schichten. Einen zündfähigen Ballen Reisig sollte man sowieso immer im Hexen-Angriff-Überlebens-Köfferchen dabei haben.
 
Ich kann euch aber ein wenig beruhigen: in meinem Wahnsinn habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, Bienenwaben als Arbeitsspeicher zu verwenden (auch wenn ich dies im Abstraktum für gar nicht mal so wahnsinnig halte), um HEX aus der Scheiben- in die unsrige Welt zu holen.
Auch verfüge ich über keine magischen heil- oder unheilbringenden Kräfte. Über die nicht magischen möchte ich mich an dieser Stelle mal nicht auslassen.
Unter all den vielen Sprachen, die ich mal lernte und zum Teil auch noch beherrsche (in ein paar Jahren mache ich mal eine Europa-Rundreise und frische alle Sprachen wieder auf), ist Griechisch leider nicht dabei. Vielleicht einmal später, wenn ich in Rente bin. Aber ein paar Brocken beherrscht man eben doch (ebenso wie Latein, wenn man des Deutschen, Englischen, Französischen und Spanischen mächtig ist) – und so weiß ich, dass das Wort „hexa“ das griechische Äquivalent (hui, und schon wieder ein Fremdwort, dessen Bedeutung man einfach kennt:  es ist der lateinische Ausdruck für „gleichbedeutend“) zum deutschen „sechs“ ist.
Und ich denke, den meisten ist jetzt klar, was ich nun mache. Ich nähe mir einen Quilt per Hand – aus Sechsecken (griechisch: Hexagon). Dabei bediene ich mich der english paper piecing - Methode.

Dazu stelle ich aus als erstes Karton eine sogenannte Fensterschablone her. Das innere Hexagon entspricht der fertigen Größe, die die Hexagone im Quilt haben werden. Das äußere Hexagon ist das Schnittmuster für den Stoff, also inkl. Nahtzugaben. Die Innenkante wird für die Papierhexagone verwendet (die ich später mittig auf die aus Stoffen hefte) .





Momentan hänge ich am Zuschnitt der Papiervorlagen fest. Ich halte mich jetzt schon für wahnsinnig, denn ich möchte mir eine riesige Kuscheldecke für die Couch machen. In den Farben Grün und weiß (evtl. mit schwarzen Akzenten).  Da ich auf großen Flächen keine kleinen Muster mag, haben meine Hexagone den netten Vorteil, dass sie eine Kantenlänge von jeweils 5cm haben.
Geplant ist, dass ich wirklich alles per Hand nähe. Damit ich dies auch total entspannt (mal schauen, ob ich dabei entspannt bin…) auf der Couch beim gemeinsamen Serien-Abend mit meinem lieben Technikfraggel nähen kann. Oder wenn ich mal wieder beim Arzt im Wartezimmer sitze (ich hoffe, dass dies nicht allzu oft vorkommen wird) oder wenn ich mal wieder ins Krankenhaus muss (was hoffentlich erst recht nicht vorkommen wird). Abzusehen ist schon mal, dass das ein Langzeitprojekt werden wird. Ich glaube aber, dass dies eine gute Abwechslung und Alternative dazu ist, mir Kleidung zu nähen, die ich nicht mag.

Ich habe übrigens beim Herumgogglen zu dem Thema eine Seite gefunden, die ich euch nicht vorenthalten mag:  http://englishpaperpiecing.jimdo.com

Sonntag, 26. Mai 2013

Was lange währt...

...wird entlich gut. So sagt man zumindest. Manchmal stimmt es auch. Manchmal.
Wie zum Beispiel bei meinem Tauschgeschäft mit Noctua. Gestern klingelte der Postbote und drückte mir ein Päckchen in die Hand. Ich war verwirrt, da ich keines erwartete. Aber kaum erblickte ich das erste Grün, wollte ich vor Freude durch das Wohnzimmer tanzen. Sie hat mir passend zu meinen Wandfarben eine Kissenhülle gequilltet. Mit Sechsecken. Ich mag gar nicht so viele Worte verlieren, da Bilder ja bekanntlich mehr sagen.










Ich wünschte, alles würde gut werden, was lange währt.

Mittwoch, 17. April 2013

Ich suhle mich im Klischee

Wenn man sich mal die Zeit nimmt, sich selber zu fragen, ob man in irgendeiner Weise irgendeinem Klischee entspricht, so wird einem die Antwort nicht gefallen.
Auch wenn ich in vielen Punkten nicht dem klassischen Klischee entspreche (ich als Frau hasse es zum Beispiel, Schuhe einzukaufen und hatte noch nie Probleme, mit dem Auto rückwärts einzuparken), so muss ich doch einräumen, dass ich einige Klischees wohl erfülle: Ich habe einen Putzfimmel und gebe Alltagsgegenständen einen Vornamen (mein Auto heißt Justus, meine Nähmaschine Erika), ich trage ausschließlich schwarz und habe eine Neigung zum Morbiden, Düsteren. Das Argument „Es ist schwarz“ sticht so manch rationaleres Argument einfach aus (ein silbernes Auto ist z.B. wesentlich pflegeleichter, aber es ist nun einmal nicht schwarz…).  Mein Humor ist trocken, aber immerhin vorhanden. 
In meinen Augen bin ich eines aber nicht – der Klischee-Gruftie. Ich mag Rüschen, Schleifchen und Spitze gerne betrachten, aber den Weg in meinen Kleiderschrank oder Leben werden sie bestimmt niemals finden. Samt, (Poly-)Satin, Seide – vielleicht in meinem Stofflager, aber gewiss nicht im Schrank oder gar an mir selber. Bedruckte Stoffe mit Totenköpfen, Särgen, Geistern, Spinnen und Fledermäusen wird gerne in Patchwork-Projekten verwendet, sonst aber nicht. Historische Gewänder (wie die aus dem viktorianischem England) werden gerne bestaunt und für toll befunden, aber wegen ihrer Alltags-Untauglichkeit sonst abgelehnt.



Hin und wieder aber schaue auch ich gerne mal über den Tellerrand. Und so habe ich wieder an einem SWAP im grünen Forum teilgenommen, zum Thema Gothic Klischee. Bewerkeln durfte ich QueenofDark und ich ging förmlich im Rüschen-, Falten- und Klischee-Wahn auf. Ja, es hat richtiggehend Spaß gemacht. Und das Ergebnis lässt sich meiner Meinung nach auch noch sehen.
Gewerkelt habe ich ihr nämlich ein Armband, einen Tassen-Pullover, ein Paar Gone-Batty-Armstulpen, ein Paar Belle Ruffle Gloves und eine kleine Kampftasche nach eigenem Schnitt.


 
Die beiden Stulpen habe ich nach den Anleitungen von Ravelry genadelt (Gone Batty in schwarz mit rot und die Belle Ruffle Gloves in schwarz mit weiß, die Wolle ist jeweils Lana Grossa Cotone), das Armband ist nach dieser Anleitung, die ich Dank Selene entdeckt hatte, entstanden (nur dass ich die Ränder der Faltenstücke versäubert habe und das Armband mit einem breiten Gummiband mit Druckknopf geschlossen wird).
 

Der Tassenpullover besteht aus dem ansabber-wüdigen Brokat aus den USA und ist dank Gummiverschluss ein wenig flexibel im Umfang.

Den Schnitt für die kleine Kampftasche habe ich schon vor drei oder vier Jahren mal entworfen.  Das Modell für QueenofDark  hat ein gefüttertes Innenleben in Weiß mit einer Seitentasche in Schwarz und einer Reißverschluss-Tasche für wichtiges. Ihren Schlüssel kann sie an den vorgesehenen Karabiner hängen. Geschlossen wird die Tasche mit zwei Druckknöpfen an der Klappe. Auf der Klappe selber ist ein Patch des Nevermore-Rabens (Edgar Allen Poe) drauf, den Selene mir netterweise gestickt hatte. Und die Henkel sind wie immer natürlich verstellbar.

 
 
 
 


Vor allem das Armband und die Tasche haben es mir selber sehr angetan. Und ich glaube, mir werde ich ähnliche Versionen auch noch nähen. Aber mela-tauglicher natürlich.

Sonntag, 14. April 2013

Fight Gone Bad

Mit der lieben Selene hatte ich zu Beginn des Jahres mal wieder einen Tausch ausgehandelt: im Gegenzug zu einem Faltenrock bekomme ich von ihr etliche alte Burda-Zeitschriften.

So machte ich mich heute also ans Werk, Basis meines Rockes ist die Anleitung zum Catfight-Minirock von Natron und Soda, den Bund hatte ich vorweg schon von Selene selber bekommen. Ihr kennt das doch - man hat so seinen Basis-Bundschnitt, den man immer wieder verwendet. Und eben den habe ich von ihr bekommen, damit ich das Rad einfach nicht neu erfinden musste.

Nach einigen Stunden Arbeit und etlichen Kapitel in meinem geliehenen Hörbuch Das Geheimnis von Askir - Das erste Horn war der Rock dann auch fertig.





Der Rock ist ein Wickelrock und wird unsichtbar an einer Seite mit Knöpfen und an der anderen Seite sichtbar mit zwei Schnallen geschlossen. Die Schnallen hatte sich Selene selber ausgesucht und ich finde sie so schön (und schön groß), so dass ich mir auch gleich zwei mitbestellt hatte.

In den letzten Woche war ich auch einige Tage in Wolfsburg, so dass ich mein Daheim alleine ließ. Als ich gestern wieder kam, entdeckte ich, dass sich meine Lithops deutlich entwickelt hatten. Wenn eine Lithops-Pflanze ein neues Paar Blätter entwickelt, so zieht dieses das Wasser aus dem alten Paar Blätter, in deren Spalt es wächst. Ich war gespannt, wie dies aussieht. Und nun weiß ich das.


Böses dem, der hier eine andere Assoziation hat denn meinen Lithops-Pflanzen!

Zum Titel dieses Post: "Fight Gone Bad" ist eine Trainingsmethode des CrossFit. Man wiederholt dabei innerhalb einer Minute eine Übung so oft, wie man es eben schafft. Mir gefiel dieser Titel besser, da der Rock ja kein richtiger Catfight ist.