Montag, 24. Dezember 2012

Kriechende Schnecken


Ich gestehe ganz offen, dass ich kein Freund von Weihnachten bin. Es fängt damit an, dass das Fest in die Winterzeit fällt und hört damit auf, dass die Menschen aus christlichen Landstrichen im Dezember merken, dass sie dringend noch Geschenke für die Liebsten brauchen und Straßen, Supermärkte und unsere Shopping-Meile verstopfen.
Eigentlich mache ich meinen Liebsten zwischendurch gerne eine Freude und brauche dafür keinen festen Tag im Kalender. Um Weihnachten kommt man aber dennoch nicht herum, vor allem dann nicht, wenn es kleine Kinder in der Familie gibt (in diesem Fall meine Neffen).
Ich persönlich bin dazu übergegangen, die Geschenke spätestens Mitte November zu besorgen. Und das klappt auch immer ganz gut – so muss ich mich dem Weihnachtstrubel kurz vor dem Fest immer nur im nötigsten Fall aussetzen.
Freitag überfiel mich aber zu Mittag eine Idee, was ich meinen Eltern zusätzlich schenken könnte: eine Patchwork-Tischdecke. Also schnell noch einmal ein wenig Stress vor den Feiertagen.
Zugegebenermaßen wurde ich aber schon vor Monaten gefragt, ob ich noch eine machen könnte.
Nach einigem Blättern in meinem tollen Patchwork-Buch hatte ich dann auch schon einen Plan. Und dessen Umsetzung habe ich dokumentiert.
 
Den Anfang machen vier 7x7cm Quadrate (inklusive Nahtzugaben von 1cm – mit 1cm NZ arbeite ich am liebsten, ist aber für Patchwork oder Quilt eigentlich untypisch) in zwei verschiedenen Farben, die zu einem größeren Quadrat zusammen gesetzt werden.
Aus meinem Stofflager fischte ich dazu einen schwarzen und einen roten Jacquard.
 
 
Das entstandene Quadrat hat eine Kantenlänge von 12cm. Nun habe ich jeweils ein Quadrat in rot und schwarz zugeschnitten, dessen Diagonale der Kantenlänge + 1cm Nahtzugabe entspricht. Nach dem Satz des Pythagoras und Runden ergibt dies eine Seitenlänge von 9,2cm. Das Quadrat wird diagonal geteilt und an den Seiten des Quadrates angenäht, so dass sich gleichfarbene Dreiecke gegenüber liegen.
 
 

 
 
Es wird erneut jeweils ein Quadrat in schwarz und rot zugeschnitten, dessen Diagonale der Kantenlänge des neuen Quadrats plus 1 cm Nahtzugabe entspricht. Und wieder wird nach diagonaler Teilung die entstandenen Quadrate angenäht, so dass sie gleichfarbene Dreiecke gegenüber liegen.
 
 
 
Es werden nun solange Quadrate in den beiden Farben zugeschnitten, bis das zusammen gesetzte Quadrat die gewünschte Größe hat. Beim Annähen der Dreiecke muss aber darauf geachtet werden, dass der Farbversatz richtig gesetzt wird. 

 

 
 
Ich finde das Muster sehr schön, da es komplexer aussieht, als es eigentlich ist - es besteht immerhin nur aus Quadraten und Dreiecken. Dieses Muster nennt sich übrigens "Snails Trail".
Ich habe parallel zwei solcher Blöcke genäht und diese mit Steifen aus Jacquard verbunden.
 
 
Insgesamt hat die Tischdecke eine Größe von 50x80cm und ist mit normaler schwarzer Baumwolle verstürzt.
 
Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass das Patchwork meinen Eltern ebenfalls gefällt.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen schöne Feiertage!
 

Kommentare:

  1. Hm, also ich hätte einen Snails Tail alleine schöner gefunden, das wirkt so klasse für sich alleine und die zwei nebeneinander finde ich fast zu unruhig. (auf dem kleinen Foto jedenfalls) aber richtig toll sieht das schon aus, wirklich total aufwändig sieht es aus!

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  2. Ich bzw Wir finden die Decke einfach toll.Sie paßt genau auf unserem Tisch,einfach genial.Besten lieben Dank Mela,Bussy Deine Mama und Papa

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  3. wow, das Patchwork sieht schon mal richtig toll aus!

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